II. Teil.
Ansiedler und Ansiedelung.
er Landwirt, der in der Heimat zu dem Entschluß gekommen ist, sein Glück in der Kolonie zu versuchen, muß sich, bevor er seinen Plan zur Ausführung bringt, unbedingt über manche Verhältnisse im klaren sein. Kur eine gute Vor Orientierung wird ihn vor späteren Enttäuschungen bewahren, ihm auch manche Unkosten ersparen, die z. B. durch unzweckmäßige Anschaffungen etc. entstehen können.
Es gibt ja bereits eine Menge Beschreibungen Deutsch-Südwestafrikas, in welchen den Ansiedlern gute Ratschläge gegeben werden; aber nicht immer sind diese so gehalten, daß sie gerade dem Landwirt, der unwillkürlich geneigt ist, den Maßstab der heimischen Verhältnisse auch an fremde zu legen, ein Bild vor Augen führen, nach dem er sich ein Urteil bilden könnte, das der Wirklichkeit entspricht. Außerdem ist es stets eine ungemein schwierige Aufgabe, bei Beschreibungen und Schilderungen der Verhältnisse eines Landes sich so zu fassen, daß allen Lesern dadurch das gleiche, wahre Bild vor Augen tritt, wie es der Schildernde in Wirklichkeit gesehen und aufgefaßt hat.
Keine Beschreibung, auch die beste nicht, ist imstande, das voll zu ersetzen, was die eigene Anschauung bietet. Auch sind die Ratschläge anderer, es wäre denn, sie kämen von wirklich guten, zuverlässigen Freunden oder Bekannten, oft nicht ohne egoistischen Beigeschmack, so daß der Fremde später sich doch falsch beraten sieht.
Für den Einwanderer mit geringen oder gar keinen Mitteln, der auf das Geradewohl in die Welt hinausgeht, liegen die Verhältnisse