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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Sechster Teil, Die Entwicklung des Verkehrs.

bahn in die Augen, Durch sie würden, ganz abgesehen von der Möglichkeit der Ausbeute der Eisenerzlager von Banjeli in großem Maßstabe die dichtbevölkertsten von produktionswilligen Volks­stämmen bewohnten Nordbezirke Sokode-Bassari und Mangu- Jendi erschlossen werden, deren reiche Produktionsgebiete bisher wegen des Mangels an billigen Transportmitteln für die Ausfuhr überhaupt noch nicht in Frage kommen konnten. Die Bedeutung dieser Zentralbahn zur Nutzbarmachung der Hinterlandsgebiete für die Ausfuhr ist um so größer, als der Handel aus jenen Gegen­den durch die beiden schiffbaren Flüsse an der West- und Ost­grenze von Togo, den Volta und den Mono, dem deutschen Gebiet bisher entzogen werden konnte. Von der Schiffahrt auf dem Volta ist Deutschland vertraglich ganz ausgeschlossen, da das linke deutsche Flußufer die Grenze bildet, und die Monomündung liegt in französischem Gebiet.

Zur Erschließung der überaus reichen Ölpalmengebiete des nördlichen Teiles des Bezirks Anecho ist eine Stichbahn von Tsewie über Sikpe nach Tokpli am Mono oder von Anecho nach Tokpli geplant, deren Bau bereits in der nächsten Zeit zur Aus­führung kommen dürfte.

46. Wasserstraßen.

Die Togo durchfließenden Flüsse, außer dem unteren Mono, sind nicht schiffbar. Als einzige Wasserstraße kommt daher nur die im Bezirk Anecho schiffbare Lagune, welche in dem dortigen Küstenstriche fast ausschließlich den Handelsverkehr vermittelt, in Frage. Ihr Fahrwasser ist auf der Hauptstrecke von Anecho bis zu dem großen Mais- und Produktenmarkt Woga mit Hilfe von Baggern an verschiedenen Stellen vertieft und verbreitert worden. Da der eigentliche Marktplatz Woga 1,5 km von der Lagune ent­fernt lag, wurde von der Bezirksleitung in den Jahren 1908 und 1909 ein Anschlußkanal von der Lagune bis zu dem Marktplatz gebaut,

47. Post und Telegraphie.

Der Post- und Telegraphenbetrieb liegt in Togo, wie in den anderen Kolonien, in den Händen der Kaiserlichen Reichspost- Verwaltung. Sie hat im Laufe der Jahre in Süd- und Mitteltogo