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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Sechster Teil. Die Entwicklung des Verkehrs.

Atakpame nach Klabe und von dem an der Straße Atakpame Sokode gelegenen Avhedji nach Kpedji. Der östliche Verkehrs­zug hält sich bis Sokode östlich des Togogebirges und überschreitet letzteres zwischen Sokode und Bassari, Er erschließt den wirt­schaftlich in hohem Grade vorgeschrittenen Bezirk Atakpame und denjenigen Teil des östlichen Hinterlandes, der für eine wirt­schaftliche Ausbeutung zunächst in Frage kommt.

Ein kleineres, aber gutes Wegenetz nimmt seinen Ausgang von Anecho und hat den Zweck die wichtigsten Produktions­gebiete und größeren Märkte dieses Bezirks an die in Anecho endende Küstenbahn LomeAnecho anzuschließen, soweit nicht schon die Lagune und der Mono eine Verkehrsstraße bilden,

44. Landungsbrücke.

Der zunehmende Verkehr innerhalb der Kolonie bewirkte auch die Steigerung des Seeverkehrs, d. h. die Steigerung der Ein- und Ausfuhr über die Seegrenze. Hierdurch entstand das Bedürf­nis nach einer größeren Sicherheit für die Verschiffung der Pro­dukte und für die Einfuhr der europäischen Waren. Bei der in den ersten Jahren allein möglichen Ein- und Ausschiffung der Güter in Booten durch die an der Togoküste besonders heftige Brandung gingen viele Waren verloren. So entstand bereits im Jahre 1896 das Projekt, durch den Bau einer Landungsbrücke die Gefahren der Brandung zu vermeiden. 1900 gelangte dieser Plan zur Ausführung und am 27. Januar 1904 wurde die fertige Lan­dungsbrücke dem Verkehr übergeben. Mit ihrer Eröffnung hörten die bisherigen Verluste durch die Brandung fast vollständig auf. In der Zeit vom 17, Mai 1911, an welchem Tage diese Landungs­brücke bei einer ungewöhnlich hohen See zum Teil eingestürzt war, bis zu ihrer Wiederherstellung am 1. August 1912, ging der Verkehr wieder in der alten verlustreichen Weise durch die Bran­dung. Mit der fortschreitenden Entwicklung des Schutzgebiets und dem stetig steigenden Seeverkehr wird mit Sicherheit in etwa einem Jahrzehnt eine Landungsbrücke nicht mehr zur Bewälti­gung des Güterverkehrs genügen. Es wird daher entweder der Bau einer zweiten Landungsbrücke oder die Anlage eines Hafens vorgenommen werden müssen. Beide Möglichkeiten sind schon