186 Fünfter Teil. Kleinere Expeditionen in den einzelnen Bezirken.
Zug nach Kutau (Ost- Kabure) im Juni 1901.
Zug nach Tamberma und Kutau vom 2. März bis 3. April 1902.
Ein von der Station Sokode in Kutau stationierter Polizist war von den Einwohnern überfallen und durch Pfeilschüsse schwer verwundet worden. Durch einen am 10. Juni 1901 unternommenen Strafzug mit 40 Soldaten und 10 Reitern wurden die Kutau- leute bestraft und ein neuer Häuptling eingesetzt.
Zur Erschließung des noch völlig wilden Tamberma (vgl. S, 40) unternahm Dr. Kersting im März 1902 mit 40 Soldaten eine friedliche Expedition in jenes Gebiet.
Bei dem Orte Bumotjiwe wurde sein Lager plötzlich durch die Tamberma überfallen, der Angriff jedoch unter Verlust von 30 Toten bei den Eingeborenen zurückgewiesen. Auf Seiten des Dr. Kersting war nur 1 Irregulärer getötet und 2 verwundet worden.
Von Tamberma marschierte die Expedition nach Lama, um die dortige Bevölkerung für einen unternommenen Überfall auf den im Jahre 1901 neu eingesetzten Häuptling von Kutau zu bestrafen. Die das Lager des Dr. Kersting überfallenden Lama wurden nach kurzem Gefechte zurückgeschlagen, die schuldige Ortschaft bestraft und ein neuer Häuptling eingesetzt, zu dessen Erziehung und späteren Unterstützung einige Polizisten in Kutau stationiert wurden.
39. Züge des stellvertretenden Stationsleiters Leutnants Mellin*)
1900.
Zug gegen Die der Station Sansane-Mangu unterstellten Dagomba hatten vom 20. März die zum Bezirk Sokode gehörige Landschaft Sansugu gebrand- bis 11. April schätzt. Da der damalige Stationsleiter von Sansane-Mangu, Dr. Rigler, in dieser Zeit den auf S. 162 ff. beschriebenen Zug gegen Dagomba unternahm, beteiligte sich auch Leutnant Mellin an der Expedition. Er marschierte am 30. März 1900 mit 64 Soldaten und 60 irregulären Reitern von Sokode ab und gelangte über Bassari und Sansugu am 4. April ohne ernstere Zwischenfälle nach Bunbalaga. Nach Entwaffnung der Einwohner, die nur geringen Widerstand leisteten, setzte er seinen Weitermarsch auf Jendi fort und zog verabredetermaßen am 5. April zugleich mit Dr. Rigler in die gänzlich verlassene Hauptstadt ein. Nachdem er sich
*) Adolf Mellin leitete später den Bezirk Mangu-Jendi und starb als Hauptmann am 25. Januar 1910 in Wapuli am typhösen Fieber.