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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
Entstehung
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176 Fünfter Teil. Kleinere Expeditionen in den einzelnen Bezirken.

Truppe, so daß Dr. Grüner ohne Schwierigkeiten die Schuldigen ergreifen und bestrafen konnte. Im Herbt 1900 wurden dann auch die an der Grenze zusammengezogenen Detachements wieder zurückgezogen, nachdem ein Einbruch der Asante in Togo nicht mehr zu befürchten stand.

36. Zug des Leutnants Smend nach Agotime 1901.

Im Mai 1901 hatte sich die Landschaft Agotime geweigert, die vorgeschriebenen Arbeiten am Wegebau auszuführen.

Um sie zum Gehorsam zurückzuführen, beraumte der derzei­tige Bezirksleiter von Misahöhe, Leutnant Smend, einen Landtag dieser Landschaft an und marschierte mit dem Stationsassistenten v. Podewils*) und etwa 30 Soldaten der Misahöhe-Truppe nach Agotime, Auf seinem Marsche durch diese Landschaft fand Leut­nant Smend überall in den Dörfern die Einwohner bewaffnet beim Kriegstanze, wobei auch die Kriegs trommeln gerührt wurden. Er vermied zunächst jede Feindseligkeit und bestellte noch einmal alle Häuptlinge auf den 17. Mai nach Botoe (Kpetu) (Botoe heißt der Ort in der Agotimesprache, Kpetu in der Evessprache) zur Besprechung. An diesem Tage erschienen denn auch die Häupt­linge, aber nicht allein, sondern gefolgt von mehreren 100 Bewaff­neten im Kriegsschmuck auf der Station in Botoe. Obwohl Leut­nant Smend jetzt überzeugt war, daß die Eingeborenen zum be­waffneten Widerstande entschlossen waren, gab er den Versuch nicht auf, sie in Güte zum Gehorsam zu bringen und bestellte die Häuptlinge noch einmal für den 18. Mai zu einer Besprechung, da in Botoe keine Einigung zu erzielen war. Diesmal erschien jedoch keiner, dagegen erschallten des Abends und Morgens die Kriegs­trommeln, und bewaffnete Patrouillen von Eingeborenen wurden überall in der Umgebung gesehen. Trotz dieser beunruhigenden Anzeichen machte der Bezirksleiter nun noch einen letzten Ver­such, die Häuptlinge in Güte zur Nachgiebigkeit zu bewegen und versprach ihnen Straflosigkeit ihres ersten Vergehens, wenn sie vor ihm erscheinen würden. Hierauf ließen sie ihm am 20. Mai antworten, er solle sie in Ruhe lassen und möglichst schnell ihre Landschaft verlassen, sie würden die Wegearbeiten verrichten,

*) v. Podewils befindet sich zur Zeit als Gouvernements-Sekretär noch im Dienste des Schutzgebiets.