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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Zweiter Teil. Überblick über die Verwaltung.

wachsen der Verwaltungsgeschäfte nach und nach vergrößert wor­den, Dem obersten Verwaltungsbeamten war ein Kanzler zugleich als Vertreter in Abwesenheitsfällen, der später die Dienstbezeich­nungErster Referent" erhielt, und mit der Zeit eine größere Anzahl von Verwaltungs- und technischen Beamten mit dem er­forderlichen Bureaupersonal zur Seite gestellt worden. Als be­ratendes Organ für den Gouverneur wurde durch Verordnung des Reichskanzlers vom 24. Dezember 1903 wie für alle Schutzgebiete, so auch für Togo, ein Gouvernementsrat eingesetzt. Er setzt sich zusammen aus dem Gouverneur, aus einer Anzahl von Schutz­gebietsbeamten als amtlichen Mitgliedern und einer Anzahl von weißen Einwohnern des Schutzgebiets oder deren Stellvertretern als außeramtlichen Mitgliedern. Als Mindestzahl müssen dem Gouvernementsrate drei außeramtliche Mitglieder angehören, wobei die Zahl der amtlichen Mitglieder diejenige der nichtamt­lichen nicht übersteigen darf. Der Gouverneur bestimmt die Mit­glieder und deren Stellvertreter für die Dauer von mindestens einem Jahre. Dem Gouvernementsrat müssen die Vorschläge für den jährlichen Haushaltsanschlag vor Einreichung an das Reichs- Kolonialamt und die Entwürfe der nicht bloß örtlichen Verordnun­gen zur Beratung vorgelegt werden.

8. Lokalverwaltung.

Die örtliche Verwaltung in den wichtigen Küstenorten Lome und Anecho wurde anfangs durch Amtsvorsteher wahrgenommen, an deren Stelle späterhin Bezirksamtmänner traten. Von einer Verwaltung der anfangs noch unerforschten und gegeneinander abgeschlossenen Landschaften des Hinterlandes konnte natürlich in den ersten Jahren ihrer Erwerbung keine Rede sein. Die wil­den und zum großen Teil recht kriegerischen Stämme der Hinter­landsgebiete, welche sich teilweise einer friedlichen Erschließung mit Waffengewalt widersetzten, mußten vorerst der deutschen Macht unterworfen und ihre Gebiete dem Verkehr geöffnet werden. Zu diesem Zwecke wurde nacheinander eine Reihe von Stationen im Hinterlande als Stützpunkte für die Aufrichtung der deutschen Herrschaft errichtet. Erst nachdem es den Leitern dieser Sta­tionen gelungen war, jene Landschaften dem deutschen Einfluß