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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
Seite
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fiel kein Schuß mehr. Es ist auch flußabwärts ein Trupp in schein­barem Abzüge gesehen worden. Zieht der Feind auf den gestrigen Kanonendonner ab, oder hat .Hendrik nur eine Kriegslist ersonnen? Die Wasserstelle ist noch stark besetzt. Der Kommandeur berät mit einigen Offizieren, ob der Zustand der Leute das Wagnis eines Sturmes noch irgend gestatte. Die Truppe soll möglichst mit Wasser versorgt werden und ihre letzte Kraft zum Sturmangriff sammeln. Es muß gewagt werden!

Es ist eine bange Stunde, die wir nun pochenden, aber doch gehobenen Äerzens durchleben. Die beiden Geschütze erheben wieder ihre langvermißte Stimme und helfen mit einigen Treffern zum Gelingen des Sturmangriffs, der nun erfolgt. Die an­fangs zäh und heftig feuernden Feinde fliehen schreiend vor den blitzenden Bajonetten davon, und Geschütze und Sturmkolonnen stoßen siegreich nach.

Die Wasserstelle Groß-Nabas war gestürmt, die furchtbare Felsenfeste des Feindes in unseren .Händen.

Nach Schmidt, Aus unserem Kriegsleben in Südwestafrika.

86. Heldentod.

Im Mai 1906 wurde die Patrouille des Leutnants Fürbringer bei der Wasserstelle Tsamab durch Bondelzwarts völlig vernichtet, ^lber das Ende der tapferen Soldaten erzählt Joseph Christian, der ^lnterkapitän der Bondelzwarts, selber:

Nach einem Gefechte gegen Major Nentel flohen wir auf der Pad von Gründorn nach Tsamab. .hierbei stießen wir auf ganz frische Spuren. Durch einen Beobachtungsposten auf einem hohen Baume wurde festgestellt, daß die Patrouille Fürbringer bei Tsamab lagerte und mit Abkochen beschäftigt war. Wir schlichen uns nun in dem felsigen Gelände bis auf 50 Meter an die Lagerstelle heran. Dem aus dieser Entfernung überraschend eröffneten Gewehrfeuer fiel gleich die .Hälfte der Deutschen zum Opfer. Die übrigen griffen zu den Waffen und erwiderten das Feuer. Doch ein Reiter nach dem anderen wurde erschossen, so daß zuletzt nur noch der Leutnant mit zwei Leuten am Leben war. Ich rief ihnen zu: ,Ergebt euch I', doch Leutnant Fürbringer antwortete: ,Nein, wir ergeben uns nicht, wir verteidigen uns bis zum letzten Atemzüge!' Nach wenigen Minuten