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Damit wußten wir genug, und es kam nun darauf an, unserem Kommando alles so schnell wie möglich mitzuteilen. Vorsichtig ging es heimwärts.
Gegen 10 Ahr morgens bot uns ein offene Fläche Gelegenheit zu kurzer Rast. Da sahen wir, daß nunmehr die Lerero uns nachstellten. Zu spät! Ein Glück für uns, daß sie sich in der Nacht vor Gespenstern fürchten und am kühlen Morgen nicht aus den warmen Pontoks herauszubekommen sind. Etwa 15 schwarze Gestalten gingen gegen uns vor. Einer stand aufrecht und beobachtete uns, die anderen schlichen wie Schlangen. Wir ritten fort. Die Versuchung war ja groß, sie herankommen zu lassen und ihnen eins auszuwischen; aber da konnten uns andere den Rückweg verlegen.
Am 6 Ahr abends waren wir wieder bei der Wasserstelle, an der unsere Pferde am Abend vorher getränkt worden waren. Seit 24 Stunden hatten sie kein Wasser bekommen; es versteht sich, daß sie mit der größten Gier soffen. Mein Brauner bekam auch gleich einen Schüttelfrost und erhielt einen Amschlag. In der Nacht hörten wir Viehgebrüll, und es stellte sich heraus, daß wir in der Nähe unseres Lagers waren. Wir kehrten gerade zur rechten Zeit zurück; morgen soll Aufbruch sein. Alle beglückwünschten uns zu dem Ergebnis der Patrouille: wir waren im Lerzen der feindlichen Stellung gewesen und wissen jetzt, daß die Äerero noch nicht im Abmarsch sind.
Nach dem Generalstabswerk:
Die Kämpfe der deutschen Truppen in Deutsch-Südwestafrika.
83. Auf der Verfolgung der Herero im Sandfeld.
Welche Schwierigkeiten für die Kriegführung in dieser Steppe! Die Tage waren im August schon reichlich heiß, die Nächte bis in den September hinein empfindlich kalt. So marschierten, biwakierten, verfolgten wir den Feind Wochen- und monatelang. Die Pferde waren durch die Kämpfe am Waterberg und noch mehr durch die anschließende Verfolgung außerordentlich entkräftet. Laser war knapp und fehlte oft gänzlich. Die Tiere blieben auf die Weide angewiesen, die trotz aller Grasbrände der Lerero sich noch immer fand und bei bestimmten Grasarten eine überraschende Nährkrast bewies. Die Nachfuhr des Lasers, des Proviants und der Munition mußte immer schwerer werden, je weiter nach Osten die Truppe zog.