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82. Ein Patrouillenritt am Waterberge.
Aus dem Kriegstagebuche des Leutnants Grafen Arnim.
Sonntag, den 17. Juli 1904.
Wir sind um 6 Ahr morgens weggeritten, 17 Reiter stark. Es ging nach Nordwesten; der Busch war sehr dicht, dann kamen einige freie Flächen. Äier stand ein Lartebeest auf 200 Schritt, wie gemalt, und sah uns erstaunt an. Wegen der Nähe des Feindes konnten wir natürlich nicht schießen. Das Tier begleitete uns noch eine ganze Strecke Weges. Wir biegen nach Westen um: die ersten Spuren vom Feinde! Im dichten Busche hatte Vieh in Mengen gestanden; auch hatte das Bambusenvolk überall nach Feldkost gegraben. In einem Flußbette fanden wir viele sauber ausgestochene Wafferlöcher. Sie sind das Werk von Klippkaffern, gefangenen Namas und Bastards. Auf der Fläche hinter den Wasserstellen satteln wir ab. Als Posten sehen wir einen Witbooi auf einen Baum. So ließen wir die Äaupthihe des Mittags vorübergehen, tränkten dann nochmals und ritten los. Wir wußten, daß wir nunmehr 24 Stunden lang kein Wasser haben würden.
Den kleinen Waterberg mußten wir umreiten, um das Tal zu erreichen, durch das die Äerero ihren etwaigen Abzug bewerkstelligen konnten. Am Fuße des Berges stiegen Staubwolken auf; folglich war die Gegend vom Feinde beseht.
Der Mond ging auf. Da plötzlich heißt es: „Äalt!" Ein Feuer ist sichtbar geworden, scheinbar ganz nahe vor uns. Doch die vorgeschobenen Posten kommen mit der Meldung zurück, daß das Feuer noch sehr weit entfernt sei. Vorsichtig geht es weiter. Wieder: „Äalt!" Diesmal riecht es nach Rauch, ohne daß ein Feuer sichtbar ist. Ein Soldat steigt aus einen Baum und entdeckt zu unserer Rechten viele Feuer. Wir sind also inmitten von Äererowerften! Es gelingt uns, unbemerkt durchzukommen.
Es war nun völlig dunkel, dazu empfindlich kalt. Alle hingen stumm und erfroren aus den müden Pferden; jeder war besorgt, den Vordermann nur nicht im Dunklen verschwinden zu lassen. Denn wer die anderen aus dem Auge ließ, war verloren; darüber war niemand im unklaren. Wir waren mitten im Feinde; rechts und links von uns, am Abhänge der Berge, mußten die Werften jetzt geradezu dicht gedrängt liegen. Rufen, um uns wieder zusammen-