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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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Tapferen hielten seine Krieger zurück. Nur wenigen gelang es, unten in den Turm zu kommen. Als aber einer von ihnen mit einem Schusse durch das Wellblechdach getötet wurde, suchten die anderen das Weite. Nachdem noch mehrere Sturmversuche Nechales ge­scheitert waren, zog er sich unter Mitnahme des Viehes zurück. Der fünfstündige Kampf hatte ihn 108 Tote gekostet; die Deutschen hatten keine Verluste. Da sie wußten, daß Nechale seinen Plan, Namu- toni zu erobern, nicht aufgeben würde, und sie auch nur wenig Patronen hatten, zogen sie sich unter ihrem tapferen Führer, dem Sergeanten Großmann, in der Nacht nach Sandhub zurück. Äier war unterdessen eine kleine Ersahabteilung angelangt, mit der sie nach Grootfontein abrückten. Nechale kam am nächsten Tage wieder und zerstörte die Station. Aber die Lust zu einem weiteren Kriege mit den Deutschen war ihm bei seinen großen Verlusten vergangen.

R o h m a n n.

80 . Der Siegeszug der Kompagnie Franke.

Die zweite Kompagnie war gerade in Gibeon, als sie die Nach­richt vom Ausbruche des Äereroausstandes erreichte. Ihr Führer, Äauptmann Franke, beschloß, sofort nach Windhuk zurückzumarschieren und die etwa 380 Kilometer betragende Entfernung in fünf Tagen zu bewältigen. Das war ungeheuer anstrengend für Mensch und Tier. In dem Brief eines Mitkämpfers heißt es:Der Äauptmann nahm seine Kompagnie zusammen und hielt folgende Ansprache: ,Ich habe die Nachricht erhalten, daß bei Windhuk ein schweres Gefecht stattgefunden hat und von Okahandja keine Nachricht vorliegt. Ich muß von jedem Mann, ob Offizier oder Reiter, das Äußerste ver­langen. Ich muß gut deutsch mit euch reden; wenn ich euch anfahre, ch denkt, daß es auf die Form nicht ankommt; ich weiß aber, daß ich mit tüchtigen, braven Kerls und deutschen Kameraden ziehe!" An demselben Tage wurde noch bis in die Nacht hinein marschiert; unsere Ermüdung wurde schließlich so groß, daß wir uns kaum noch auf dem Pferde wach halten konnten."

Von Windhuk ging die Kompagnie gleich weiter nach Okahandja, um den Ort zu entsetzen. Durch das reißende Wasser des Swakop bei Osona aufgehalten, traf die Äeldenschar erst am Geburtstage des Kaisers in Okahandja ein. Die Äerero hatten den Kaiser-Wilhelm-

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