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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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Aber freilich, wichtiger als das alles ist das Studieren. Wenn einer bloß eine Volksschule besucht hat, wie ich, dann kommt er erst zwei Jahre auf die Vorschule und dann vier Jahre in das Missions-- seminar. Wenn einer schon in der Vorschule, wo Deutsch, Rechnen, Raumlehre, Geschichte, Erdkunde und Naturkunde getrieben wird, nur mit Schwierigkeit fortkommt, dann wird er wieder entlassen und kann nicht Missionar werden.

'Auf dem Missionsseminar fängt dann aber auch vieles ganz Neues an. Sofort gilt es, sich mit allem Fleiß auf die Erlernung der Eingeborenensprachen zu werfen; Englisch und holländisch, La­teinisch, Griechisch und hebräisch kommen hinzu eine neue Welt tut sich einem auf! Man lernt das Alte und das Neue Testament in der Grundsprache verstehen; dazu werden einem die lateinischen Werke der Kirchenväter zugänglich. All diese Spracharbeit soll uns ermöglichen, die Bibel in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen. Zehn bis elf Stunden wöchentlich haben wir Bibelerklärung und Bibel- lehre. Am das Christentum den heidnischen Religionen gegenüber als die wahre Religion erweisen und gegen Angriffe und Miß­verständnisse verteidigen zu können, lernen wir diese heidnischen Religionen kennen. Natürlich müssen wir auch das Predigen und das Anterrichten üben.

Wie schnell werden die paar Jahre, die ich noch im Missions­hause zuzubringen habe, vergehen; dann kommt die Abschiedsprüfung und der Abschied von Vaterland und Freundschaft. Ach, der Ab­schied! Es geht einem wohl durchs herz wie ein Stich, wenn sich der Zug in Bewegung setzt, und man singt den Scheidenden:Zieht in Frieden eure Pfade; mit euch sei unsers Gottes Gnade", und sie winken Abschied für dieses Leben. Aber ich kann doch nicht anders; der Herr hat auch zu mir gesagt, des bin ich ganz gewiß: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen werde!"

G a r e i 6.

77. Die Einwanderung der Bastards.

Es war im Jahre 1865, als der Missionar heidmann bei den Bastards, die damals noch südlich des Oranjeflusses saßen, eintraf. Die Vastardansiedlungen erfreuten sich nicht der Gunst der englischen