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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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nicht zwingt, so arbeitet er nichts. Zur Besserung kann ihm nur ein gutes Vorbild und Vorleben der Weißen dienen. Jeden Fehl­tritt eines Weißen beutet er aus. Als ein Herr einem Hottentotten vorhielt:Du lügst!" erhielt er die Antwort:Mister lügt ja auch!" So muß denn der Hottentott mit Vorsicht, aber streng und gerecht behandelt werden. Jede unangebrachte Milde macht ihn unverschämt und eingebildet. Anschreien und Schimpfen lassen ihn heimlich über den Weißen spotten, der sich so aufregt. Als Kenner des Charakters seines jähzornigen Herrn bittet er, nachdem das Zorngewitter über ihn dahingebraust ist, ganz unschuldig um eine Pfeife Tabak, seinen Herrn so entwaffnend. Wandres (Windhuker Nachrichten).

76. Wie ich Missionar wurde.

Wie klopfte mir das Herz, als der Pastor meines Heimatdorfes zu mir sagte:Die Sache ist abgemacht; von Berlin ist Antwort gekommen, du sollst ins Missionshaus aufgenommen werden. Mach dich fertig und reise in Gottes Namen!" Ich hatte die Stimme nicht zum Schweigen bringen können, die in mir, seit ich die Missions- stunden besuchte, immer lauter rief:Du mußt Missionar werden!" Ich erzählte das dem Geistlichen, der mich eingesegnet hatte. Er hörte mich freundlich an und riet mir, vor allen Dingen die Ein­willigung meiner Eltern einzuholen. Ich kann nicht ohne Tränen an die Worte denken, die mein alter, frommer Vater sprach nach langem Schweigen, als ich ihm den Wunsch meines Lebens vortrug: Geh hin, mein Sohn! Der Herr lasse dich armes Reis grünen, blühen und viele Früchte bringen!"

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht durch das Dorf: Albrechts Willi geht unter die Heiden!" Von dem Abschiede von meinen Eltern will ich schweigen. Bald war ich auf unserer kleinen Bahnstation, und in wenigen Stunden gelangte ich nach Berlin. Zwei Missionszöglinge empfingen mich auf dem Bahnhof Alexander­platz. Anendlich wohl tat mir die Herzlichkeit und Brüderlichkeit, mit der mich die beiden jungen Leute behandelten.Wollen wir uns erst einmal das Missionshaus ansehen? Es ist noch bis 11 Tlhr Unterricht, da kannst du dich doch noch nicht bei unserem Herrn Direktor melden. Hier unten ist die Küche, für 50 Personen wird hier täglich gekocht. Gerade gegenüber ist der Speisesaal. Hier unten