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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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Leben; Trinkgelage wechselten mit Tanzfesten ab. LInter Ionkers Schuh entfaltete Missionar Schröder eine reiche Tätigkeit, und die kleine Missionsstation wurde eine wahre Perle des Landes; später aber, in dem von neuem ausbrechenden Rafsenkriege, wurde Windhuk, als der Streitapfel zwischen Lottentotten und Lerero, zum Schau- platze der erbittertsten Gefechte und Greueltaten. In diesen Kämpfen wurde die Station zerstört und ist seitdem unbewohnt geblieben. Ansere Ankunft begrüßten bloß einige bellende Schakale, die sich aber bald aus dem Staube machten; ringsum girrten Tauben und kreischten aus ihrer Ruhe aufgeschreckte Sandhühner; aber von Menschen war weit und breit nichts zu entdecken.

Die Quelle ist in weitem Amkreise von sumpfigem Gelände um­geben, dessen von Algen durchwobener, niedriger Rasen in allen Farben schimmert. In etwas weiterer Entfernung ist der Boden mit weißer Salzausblühung überkleidet, die im Glänze der Mittags­sonne wie frisch gefallener Schnee leuchtet. Ein Spaziergang von kaum 20 Minuten bringt den Wanderer nach Klein-Windhuk zu den verlassenen und zerstörten Missionsgebäuden. Im Garten, dessen Äecke längst niedergerissen ist, wuchern verwilderte und kaum mehr zu erkennende Gartenkräuter europäischen Ursprungs; kräftig stehen die alten Feigenbäume da, als ob sie der Missionar noch wie ehemals mit Liebe und Sorgfalt hegte und pflegte, und mit Wehmut ge­denken wir der zerstörenden Roheit jener Äorden, die es nicht verstanden haben, sich die ihnen gebotenen Wohltaten zu eigen zu machen und zu sichern. Schinz, Deutsch-Südwestafrika.

74. Die Gründung der Stadt Windhuk.

Eine schwere Aufgabe erwartete den Äauptmann von Fran^ois, als er mit einer kleinen Schutztruppe, die erst 21, später 50 Mann betrug, das Schutzgebiet im Jahre 1889 betrat. Die Äerero nahmen ihn nur unwillig auf, und die Äottentotten waren nicht geneigt, die Oberhoheit des Deutschen Reiches anzuerkennen. Trotz seiner geringen Macht hat Fran^ois Großes geleistet. Sein Äauptverdienst ist es, daß er die Station Windhuk gründete und sich so zwischen die beiden feindlichen Völker hineinschob.

Die Gegend um Windhuk war seit dem Tode Jan Ionkers ohne Besitzer, und es wohnte auch niemand dort. Die Äerero wagten