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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
Seite
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geschichtlicher Zeit nicht nur über ganz Afrika, sondern auch über Teile von Europa und Vorderasien ausgebreitet hat. So schreibt der südwestafrikanische Geschichtschreiber Dr. Nc. Lull Ideal in einem Brief an Äerrn Missionar Wandres:

Ich habe die Sache der Buschmänner mit vielen hervorragenden Gelehrten in Europa und Südafrika besprochen und ihre Werkzeuge und ihre Kunst mit denen anderer Völker Afrikas und Europas verglichen. Wir sind zu dem Schlüsse gekommen, daß die Busch­männer eine sehr alte Rasse darstellen, welche nicht nur ganz Afrika bevölkerte, sondern auch Teile von Europa und Asien. Sie wissen wohl, daß ein Zwergvolk einst in Belgien und Frankreich lebte, daß die rohen Steinwerkzeuge, welche sie gebrauchten, und Stücke von Elfenbein, mit denen sie Tierbilder auf Steine ritzten, gleicher Art sind mit denen der Buschmänner. Die Tierbilder sind ähnlich denen von Südafrika. Viele andere Beweise können erbracht werden, welche besagen, daß unsere Buschleute und die Leute der Steinzeit in Europa zu ein und demselben Stamme gehörten."

Nach Vevder (in den Windhuker Nachrichten).

67. Feldkost.

Im Gebiete der Kalahari ist die wichtigste Feldkost die Tsama. Sie liefert den Eingeborenen Nahrung und Trank.

Die Tsama, eine wilde Melone, ist ein Rankengewächs, dessen runde Frucht die Größe eines Kindskopfes erreicht. In Farbe und Zeichnung habe ich bis jetzt vier verschiedene Arten gesehen, die sich aber im Geschmack nicht unterscheiden. Es gibt Tsamafelder, durch die man kilometerweit reitet, und wo Frucht an Frucht liegt.

Will man schnell den Durst stillen, so genügt es, wenn man die Frucht in Stücke schneidet, die Kerne herausschabt und das Fleisch genießt. Man kann auch oben eine Scheibe der Schale abschneiden, dann stampft man das Innere mit einem Stocke zu Brei und schlürft nun die gesammelte Flüssigkeit; oder man quetscht den gestampften Inhalt mehrerer Früchte durch ein Tuch.

Das Tsamawasser kann zum Kochen von Kaffee, Reis, Erbs­wurst usw. verwandt werden. Lat man frisches Fleisch, so genügt es, dieses in Stücke zu schneiden und zusammen mit den zerschnittenen Tsamas, Salz und etwas Speck zu kochen.-