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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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jeder. Da muß sparsam gewirtschaftet werden. An Waschen ist dabei nicht zu denken.

Die Müdigkeit nach dem anstrengenden Marsche macht sich schnell fühlbar. Unter einem riesigen Kameldornbaume sucht sich ein jeder sein Lager. Die Sonne steht fast senkrecht über ihnen. Auch die Kamele suchen Schutz vor den versengenden Strahlen. Alles schweigt und schlummert. Nur die Wache schreitet um das Lager, um es vor feindlichen Überfällen zu schützen. Kaiser.

63. Aus dem Leben der Betschuanen.

An der Ostgrenze wohnten zur Zeit der Besitzergreifung des Landes durch die Deutschen zahlreiche Betschuanen. Leute treffen wir nur noch einige hundert Köpfe dieses Stammes im Distrikt Gobabis an.

Die Betschuanen sind meist Ackerbauer, weniger Viehzüchter. Bezeichnend dafür ist der Ausdruck, den sie für ihre Nahrung haben; sie sagen:Wir leben vom Fette der Erde." Ihr Bestreben geht dahin, möglichst große Gärten und Felder anzulegen. Der rote Sand ihres Landes ist sehr fruchtbar und bringt bei genügendem Regenfall reiche Ernten hervor. Die Betschuanen säen Mais, Bohnen, Kaffernkorn, Lirse, Melonen und Kürbisse. Die Feldarbeit sehen sie als eine ehrenvolle Beschäftigung an, während es jeder Mann unter seiner Würde hält, Vieh zu hüten. Große Fertigkeit zeigen die Betschuanen im Nähen der Felldecken. Auch als Ländler waren sie früher unter den anderen Eingeborenen bekannt. Sie zogen mit ihren Waren bis nach Okahandja und an den Waterberg.

Die Wohnhäuser der Betschuanen sind groß und geräumig, entweder viereckig oder rund. Die Wände bestehen aus Lolz und Rohr, deren Verputz, eine Mischung von Kuhmist und Lehm, sehr hart wird. Das Dach ist spitz und wird aus Niet und Gras her­gestellt. Ein solches Dach läßt keinen Regen durch. Der Los um das Laus ist mit Lehm und Kuhmist sauber gedielt. Den Los um­schließt eine fest geflochtene Lecke, die dicht und hoch genug ist, um Außenstehenden einen Blick in den Los zu verwehren. Lier im Lose werden die meisten Arbeiten verrichtet. Auch stehen hier die dickbauchigen Töpfe, in denen die Vorräte aufgehoben werden.

Durch ihre Ehrlichkeit zeichnen sich die Betschuanen vor allen anderen Eingeborenen aus. Ein Diebstahl kommt sehr selten vor.