Druckschrift 
Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

64

er sie und schleuderte sie auf die Seite. Dann trank er, und nach ihm tranken alle anderen Tiere, so daß kein Tropfen Wasser mehr übrig blieb. Darauf liefen alle Tiere wieder davon.

Als der Elefant von der Jagd zurückkam, wollte er trinken. Er sah das leere Wasserloch und fuhr die Schildkröte an:Wo ist das Wasser geblieben?" Die Schildkröte antwortete:Die Tiere des Feldes waren hier und haben es getrunken." Da wurde der Elefant böse und sagte:Befahl ich dir nicht, das Wasser zu bewachen? Zur Strafe werde ich dich auffressen." Die Schildkröte sprach: ^ Tue es nur!" Der Elefant verschlang die Schildkröte. Als sie ' nun im Bauche des Elefanten war, riß sie ihm Äerz, Leber und Nieren ab. Anter vielen Schmerzen mußte der Elefant sterben. Die Schildkröte aber kroch aus seinem Bauche heraus und ging davon.

Übersetzt von Dannert.

59. Geräte und Waffen der Herero.

In den Äütten der Äerero befinden sich viele hölzerne Milch­gefäße, Löffel, Flaschenkürbisse, Milchtrichter und flache Gefäße. Ein weitbauchiger, irdener Topf dient als Kochgeschirr, kleine, zylinder- förmige Becher aus Dchsenhörnern, deren Boden und Deckel mit Leder überspannt sind, braucht man zur Aufbewahrung der Salben, . während runde, ganz aus Fell verfertigte und mit Kuhmist über- - strichene Gefäße das Fett enthalten. Die Äolzgesäße werden mittels einfacher Messer hergestellt. Das Äolz entstammt verschiedenen § Dornbäumen, und die Messer kaufen die Äerero entweder von den l schmiedekundigen Ambostämmen oder verfertigen sie selbst aus ' alten Wagenreifen. Die Kunst der Töpferei scheint ihnen eben- - sowenig wie die Berarbeitung von Erzen eigen zu sein, ja, sie : verachten im Gegenteil jedes derartige Landwerk und ziehen es ^ vor, den sie von Zeit zu Zeit besuchenden Dvambo die Arbeit teuer ^ zu bezahlen.

Die Äauptwaffe des Äererokriegers war früher der Speer; der bald eiserne, bald hölzerne Schaft trägt an seinem Ende eine spannen­lange Spitze aus weichem Eisen. Die Waffe ist so schwer, daß sie : eigentlich mehr zum Stoß als zum Wurf geeignet ist. In halber K>öhe ist der Schaft mit einer Dchsenschwanzquaste verziert, die beim > Kriegsspeer von weißer Farbe sein mußte.