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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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55. Die Wohnungen unserer Eingeborenen.

Die Wohnungen der Eingeborenen von Südwestafrika sind im allgemeinen ziemlich einfach. Als Nomaden legen diese Völker weniger Wert auf bequeme, als vielmehr auf leicht fortzuschaffende .Häuser.

Der Buschmann begnügt sich auf der Wanderschaft damit. Äste zusammenzubinden und mit Hilfe eines Ledermantels oder von Gras­lagen ein Schutzdach herzustellen. In ihren Standlagern bauen sich die Buschleute Windschirme, indem sie biegsame Stäbe in die Erde graben und in gebogenem Zustande zusammenbinden. Dieses Gerüst wird dann mit Gras bedeckt (siehe Tafel 10 I).

Das Hererohaus kann man mit einem Bienenkörbe vergleichen. Das Gerüst wird aus entlaubten, in die Erde gerammten, dicken Ästen gebildet. Es wird mit langem Grase durchflochten und dann noch mit einer dicken Lage von Lehm, Blut und Ninderdung über­strichen. Naht die Zeit der Negenstürme, so schützt der Herero seine Hütte, indem er sie mit Fellen bedeckt und diese mit Steinen beschwert, damit sie der Wind nicht mit sich forttragen kann. In der Mitte des Raumes wird zur Verstärkung des Daches ein gabelförmig verzweigter, dünner Baumstamm eingepflanzt, von dem hier und da noch Querhölzer nach verschiedenen Seiten abgehen; in halber Höhe ist die Wandung durchbrochen, um dem Rauch Abzug zu gestatten. Eine Anzahl solcher Hütten nennt man eine Werft (siehe Tafel 10 II).

Früher, als die Herero noch ein reiches Hirtenvolk waren, waren die Werften von Dornenhecken umgeben. Betrat man eine Werft durch den nach Norden gerichteten Eingang, so sah man in der Mitte der kreisrunden Anlage den Kälberkral und östlich davon einen großen Aschenhaufen mit einem kleinen, schwach glimmenden Feuer, dem heiligen Feuer des Stammes. Zwischen dem Kral und dem Aschenhaufen stand ein großer, verdorrter Ast des Omumborom- bonga oder Ahnenbaumes, auf dem nach der Sage der Herero die ersten Menschen gewachsen sind. Die sämtlichen Hütten standen in einem einfachen Kreis um den Kälberkral herum.

Weniger Sorgfalt verwenden die Hottentotten auf die Her­stellung ihrer Wohnungen. Auch ihre Hütten sind halbkugelförmig und bestehen aus einem Gerüst von Dornenzweigen, das mit ge­flochtenen Matten oder Fellen behängt wird.

Nach Passarge, Südafrika, und Schinz, Südwestasrika.