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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
Seite
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gangsröhre angefertigt. Sie heftet sich an das Schlupfloch an, läuft an der Wandung herab und wird mit ihr fest verbunden. Ganz zuletzt wird auch das Innere fertig ausgebaut lind mit einer Unterlage von äußerst feinen Grashalmen ausgefüttert. Erscheint dem Männchen, das der alleinige Baumeister des Nestes ist, ein Zweig nicht haltbar genug, so verbindet es zunächst deren zwei durch eine Brücke, die dann als Ansahstelle der schaukelnden Wiege dient. Wenn erst das Rippen- werk hergestellt ist, schreitet die Arbeit sehr rasch fort. Nachdem das Nest vollendet ist, schlüpft das Weibchen aus und ein, um innen nach­zubessern, wo es noch nötig ist. Unmittelbar darauf beginnt es zu legen.

Es gehört schon ein ziemlich großer Baum dazu, um das Nest eines anderen Webervogels zu tragen. Jedes Nest ist nämlich 23 Meter lang und über einen Meter hoch. Es besteht aus Reisern und Zweigen, die der Vogel an Astgabeln anflicht, aber so wirr durcheinander und so unordentlich, daß man beinahe in das Innere der Nestkammer blicken kann. Von außen sieht das Nest borstig aus. Ein Eingang führt in das Innere. Er ist am Anfang so groß, daß man bequem mit der Faust eindringen kann, verengert sich dann aber mehr und mehr und geht endlich in einen Gang über, der gerade für den Vogel passend ist. Der innere Teil des Nestes ist mit seinem Gras ausgefüllt. In dem Bau sind drei bis acht Nester angelegt. Ein solcher Nestbaum wird zu gewissen Zeiten von einer überaus lärmenden Gesellschaft bewohnt. Es geht zu wie in einem Bienenschwarm. Die einen kommen, die anderen gehen, und es scheint beinahe, als hätten sich noch alle ausgeflogenen Jungen auf dem Baume versammelt; denn mit den wenigen Nestern stimmt die erhebliche Menge der Böge! nicht überein.

Brehms Tierleben, Band 4.

5V. Ansere Giftschlangen.

Deutsch-Südwestafrika ist sehr reich an Schlangen. Es sind nicht weniger als 73 verschiedene Arten bekannt, von denen 20 giftig sind. Besonders häufig und gefährlich sind die Puffotter (siehe Tafel 18), die Äornviper und die beiden Kobraarten.

Puffotter und Äornviper sind zwar überall im Lande zu finden, aber sie sind sehr träge, gehen dem Menschen gern aus dem Weg und beißen nicht, ohne gereizt worden zu sein.