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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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Gesundheit dieses Herrn zu wachen hat. Erkrankt aber der .Häupt­ling, so hat der Götze seine Pflicht nicht erfüllt und wird zur Strafe dafür einige Tage zwischen zwei Pfählen aufgehängt.

Etwa 200 Kilometer nordöstlich von Diriku wohnt ein sehr beleibter Häuptling der Mambukuschu, Mokoja ist sein Name. Dieser Mann soll, dem Glauben der Eingeborenen zufolge, die geheimnis- volle Macht besitzen, mit Hilfe eines Zauberstabes in einem Augen­blick die Wolken zusammenzuziehen und den Regen herabfallen zu lassen. Diejenigen Völker, die ihn als Gottheit anerkennen und den Regen von ihm beziehen, müssen ihm dafür nach jeder Regenzeit einige Ochsen oder Kühe senden.

Obwohl diese Heiden den Gott der Ehristen kannten und sogar zwei Namen für ihn hatten, verehrten sie ihn doch nicht.Dieser Gott", sagten sie,liebt die schwarzen Menschen nicht; denn liebte er sie, so würde er sich ihnen auch einmal sichtbar zeigen; aber weder wir noch unsere Vorfahren haben ihn jemals gesehen." Es ist nicht schwer, sie hierüber eines besseren zu belehren und sie langsam dem Ehristentum zuzuführen. Auch bietet ihre Lust zur Arbeit die beste Vürgschaft, daß sie zu brauchbaren Ehristen herangebildet werden können. Im Jahre 1910 faßte die katholische Mission bei diesem Volke festen Fuß. Ihr Bestreben ist es, dort am Okavango, in der Nordostmark unseres Landes, christliche Religion und deutsche Kultur zu verbreiten, zu hegen und zu pflege». ?. Bierfert.

41. Der Otjikotosee.

(Liehe Tafel 9.)

Der Otjikotosee ist 18 Kilometer von Tsumeb (siehe Tafel 8) ent­fernt. Er wird von hohen Kalkfelsen eingeschlossen. Nur an seinem Ost- und Westende sind die !lfer niedriger. Er ist stellenweise über 80 Meter tief. Das Wasser ist klar und durchsichtig; es wird von vielen kleinen Fischchen belebt. Zum Baden ist es zu kalt. Die Ovambo, die auf ihrem Wege nach dem Süden hier gerne lagern, glauben, daß ein böser Geist jeden Badenden in die Tiefe zieht.

In den hohen Llferrändern sind viele .Höhlen, in denen Fleder­mäuse und Eulen ihre Wohnung aufgeschlagen haben. Kletternde Feigenbäume, Kandelaber-Euphorbien und dichte Büsche rahmen mit ihrem frischen Grün den See ein. Nohmann.