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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
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Ausführung geliefert. Meist sind die Gegenstände mit einfachen Ver­zierungen, die mit einem glühenden Eisen aufgebrannt werden, versehen.

Vom weiblichen Geschlechte wird besonders eifrig das Flechten betrieben. Das Material dazu liefern die Blätter der Fächerpalme. Man verfertigt Körbe in den verschiedensten Größen und Formen. Oft erhielt ich kleinere Körbchen in geschmackvoller, sauberer Aus­führung, mit gut schließendem Deckel versehen. Das Mattenflechten wird fast nur von Männern und Knaben betrieben.

Die Frauen beschäftigen sich auch mit der Anfertigung der irdenen Gefäße. Nachdem der Lehm geknetet worden ist, formen sie die Gefäße in einer Äütte, deren Dach nur wenig über den Boden hervorragt. Anter der Decke befindet sich eine als Fenster dienende Luke. Die Tür zu diesem Raum ist so eng, daß sie nur eben einer Person Durchgang gewährt. Man wählt solche Räume, um beim Formen der Gefäße vor jedem Luftzuge sicher zu sein. Die Töpfe werden in einer mit glühenden Holzkohlen ausgefüllten Grube ge­brannt, die oben mit Erde verschlossen wird. Tönjes, Ovamboland.

36. Die Etoschapfanne.

Vor mehreren hundert Jahren war die Etoschapfanne ein großer Salzsee. Jetzt ist sie ausgetrocknet und sieht wie ein Schneefeld aus, da das zurückgebliebene Salz die ganze Fläche bedeckt. An manchen Stellen glitzert es so blendend, daß man die Land vor die Augen halten muß, wenn man darüber hinwegsehen will. Ab und zu schieben sich schmale Landzungen in die Pfanne, und kleine Inseln heben sich in ihr ab. Zahlreiche kleine Wäfferlein laufen der Pfanne zu und bilden mit Schilf und hohem Grase bewachsene Sümpfe.

Die Amgebung der Pfanne gehört zu einem großen Wildschutz­gebiete. Daher sieht man hier zahlreiche Rudel von Springböcken, Äartebeestern, Gnus, Gemsböcken, Zebras und Straußen. Die Tiere scheinen zu wissen, daß sie hier kein menschlicher Jäger beunruhigen darf, und lassen sich aus geringer Entfernung beobachten. Aber Feinde hat das Wild auch hier. Diese Gegend ist das Jagdgebiet des Schakals und der Äyäne, ja sogar des Löwen. Im Busche versteckt oder im Schilfe kauernd, erwartet er seine Beute. Mit einem Sprung überfällt er ein Tier, reißt es nieder und schleppt es in den nächsten Busch, um es zu verzehren.