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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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legt sich ein gut eingefahrenes Gespann gleichzeitig in die an einer langen Kette befestigten Nackenjoche. Dann kommt Bewegung in die schwere Last, und unter Knurren und Rasseln seht sich der mächtige Wagen in ein gleichmäßiges Rollen, das keineswegs so langsam ist, wie es aussieht. Ein gut bespanntes Gefährt vermag auf nicht zu weichem und schlechtem Wege bis zu fünf Kilometer in der Stunde zurückzulegen, eine recht achtenswerte Leistung. Den Buren gebührt das Verdienst, den sonst fast unzugänglichen afrikanischen Ländern den Wagen gebracht und ihn entsprechend der Natur des Landes vervollkommnet zu haben. Dove, Südwestafrika.

35. Handwerk bei den Ovambo.

(Siehe Tafel 12.)

Die Gerätschaften eines Ovamboschmiedes sind Hammer, Amboß, Blasebalg und Zange. Das nötige Eisen holt sich jeder Schmied in den nördlich von Oukuanjama gelegenen Eisengruben. Nach Landes-- gesetz darf dies nur einmal jährlich geschehen. Ist der von manchen schon längst sehnlich erwartete Zeitpunkt gekommen, dann ziehen die Schmiede mit ihren Gehilfen nach jenen Gruben. Das Eisenerz soll sich dort in nicht allzu großer Tiefe finden. Das Erz wird zutage gefördert und gleich an Ort und Stelle geschmolzen.

Meist findet man die Werkstätte des Schmiedes im Schatten eines Baumes. Der Amboß ist fast kegelförmig und mit seiner Spitze in einen am Boden liegenden Baumstamm getrieben. Sein Kopf, auf dem das Eisen bearbeitet wird, hat einen Durchmesser von höchstens 5 Zentimeter. Der Hammer besteht aus einem 15 bis 20 Zentimeter langen Stück Eisen. Der hölzerne Blasebalg wird meist von einem Kinde bedient. Mit Rücksicht auf diese äußerst einfachen Werkzeuge muß man alle Achtung vor den Leistungen des Schmiedes haben. Er verfertigt die unentbehrlichen Hacken und Arte. Mehr Kunst als diese Geräte verraten die in allen Größen hergestellten zweischneidigen Dolchklingen und die Lanzenspitzen. Zn früheren Jahren hat man auch sehr viel Kupfer verarbeitet, und zwar zur Herstellung von Beinspangen.

Auch in der Holzschneidekunst leisten die Ovambo mit den ein­fachsten Werkzeugen Hervorragendes. Bierbecher, Melkeimer und Eßnäpfe werden von einigen unter diesen Künstlern in sauberster