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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
Seite
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21. Der Ochsenfrosch.

Mit dem Beginn der Regenzeit taucht plötzlich der 20 Zentimeter lange Ochsenfrosch auf (siehe Tafel 19). Er kommt dann aus Erdhöhlen hervorgekrochen; die Eingeborenen aber glauben, daß er vom Äimmel fiele. Er hat eine tiefe, weithinschallende Stimme, die mit dem Brüllen eines Ochsen große Ähnlichkeit hat, aber auch mit dem Knurren eines nächtlich das Lager umschleichenden Löwen. So ist es denn nicht zu verwundern, daß seine Stimme so manches Mal mit dem Knurren eines Löwen verwechselt worden ist. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß einmal mehrere meiner weißen Angestellten die ganze Nacht nicht zu schlafen wagten, sondern unausgesetzt ein brennendes Feuer unterhielten und auf der Ziehharmonika spielten, um das Antier zu verscheuchen. Am anderen Morgen, als die Sonne schon aufgegangen war und der Löwe durchaus nicht weichen wollte, stellte es sich heraus, daß es ein in einem nahen Tümpel befindlicher Ochsenfrosch war. Passarge, Südafrika.

22. Kriegerische Weihnacht 1904.

Das Gelände und die Äitze heimelten keineswegs weihnachtlich an. Nur am frühen Morgen und in den Abendstunden erfreute man sich einer linden, auffrischenden Kühlung, während die Tage sengend heiß unseren sonnigen Lagerplatz durchglühten. Statt verdeutschen Weihnachts- landschaft umgab uns die afrikanische Sommersteppe, in der wir zwischen Sand, Klippen, Grasbüscheln und Buschwerk die Feier rüsteten.

Zeder Truppenteil schmückte einen grünen Kameldorn mit Watte oder Papier und, wo es anging, mit wenigen Lichtern zum Christ­baum. Statt der Äpfel hingen faustgroße Tsamas an den Zweigen, und den blitzenden Stern in der Mitte halten kunstfertige Finger aus dem Blecheiusatz einer Proviantkiste geschnitten.

Bei den Geschützen der Batterie trat die Truppe am heiligen Abend mit Gewehr und Patronengurt zur Ehristandacht zusammen, während die Posten mit verschärfter Aufmerksamkeit das Lager be­hüteten. Wir singenStille Nacht, heilige Nacht" wie in der Äeimat, lauschen demselben ÄimmelsgrußEhre sei Gott in der Äöhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" und dennoch ist es eine ganz andere Feier. Unvergeßlicher Abend voll Gebetsstimmung