Druckschrift 
Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

Blütenschäfte, und wunderbar glänzt eine große, purpurrote Bluten­dolde in dem saftigen Grün. Die Giraffenakazie wirft die vorjährigen Fiederchen ab und hüllt sich in ein neues Kleid, sich gleichzeitig über und über mit Honigduftenden, gelben Blütenkugeln schmückend. Die Buschsteppe, die gestern noch schwarz und verbrannt aussah, ent­wickelt sich binnen einer Woche zu einem reichen Garten.

Nach Dove, Südwestafrika, und Schinz, Deutsch-Südwestasrika.

19. Der Regenbogen.

Vorüber ist der Regen.

Es trank das Feld sich satt.

Der überreiche Segen

Tropft noch von Blut' und Blatt.

Es ruht auf dunkler Wolke

Ein Bogen, reich au Pracht,

Lud predigt allem Volke

Von Gottes Lieb' und Macht. Julius Sturm.

20. Das Abkommen des Niviers.

Es entluden sich einige Wetter über der Wasserscheide des Swakop und des Nosob. Am nächsten Tage sahen wir zu Otjim- bingwe das Wasser im Flußbette herannahen. Kotig und dickflüssig von Staubmassen, Rindermist, Grasspreu und Blattwerk wälzte es sich zunächst über die tiefen Stellen des Niviers (siehe Tafel 5), jedoch so schnell, daß übermütige Knaben sich nur im vollsten Laufe vor ihm halten konnten. Binnen einer Stunde strömte es breit und tief mit großer Gewalt bis zum nächsten Vormittage, fiel dann ein wenig, stieg aber nachmittags zu noch größerer Äöhe und ließ dann stetig nach, so daß einen Tag darauf der Kotstrom aufhörte und das Rivier auch bald so trocken lag wie zuvor. Llin festzustellen, wie weit die be­deutenden Wassermassen gelaufen waren, folgten wir dem Rivier. Es fanden sich überall nur noch geborstene Schlammlagen. 80 Kilometer unterhalb erreichten wir das Ende der Spuren. Beim Eingraben an Stellen, über die das Wasser volle 60 Stunden hinweggeslossen war, ergab sich, daß der Sand nicht einmal einen Meter tief durch­feuchtet war.

P ech u e l-L o es ch e, abgedruckt in Schinz, Südwestasrika.