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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
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wurden hier sechs Brunnen angelegt; trotzdem reichte der Wasser­bedarf nicht immer. Fast zwei Jahre lag hier eine Militärstation, und reges Leben herrschte an dem sonst so öden Platze. Jetzt liegt er wieder verlassen da; nur einzelne Krähen fliegen mit heiserem Ge­krächze von bannen, wenn ein einsamer Reiter sich dem Brunnen nähert.

Noch weit führt der Weg am wilden Tschaukaibgebirge entlang, und endlich erreicht man in Kubub das Ende der Wüste; reichliches Wasser erguickt Mensch und Tier. Dr. Range, Reisestudien in Groß-Namaland.

11. Landsturm und Luftspiegelung.

Ich hatte einmal Gelegenheit, einen Sandsturm mitzuerleben. Mindestens bis 20 Meter .Föhe ist die Luft mit fliegendem Sand erfüllt. Der Wind bläst mit einer Stärke, daß man sich kaum auf den Beinen halten kann. Bis einen Meter über den Erdboden werden kleine Steinchen geschleudert. Iu jeder Vertiefung, an jedem .Hindernis häuft sich der Sand, iu wenigen Stunden entstehen mehrere Fuß hohe Wehen. Durch den fahlen, gelben Schleier, in den die ganze Gegend gehüllt ist, dringt kaum die Sonne. Zuweilen fliegt der Sand so dicht, daß man nicht 50 Meter weit sehen kann. Das scharfe Prickeln im Gesicht macht das Tragen von Schutzbrillen not­wendig. Der Bahnverkehr erleidet bedeutende Störungen. Fracht­führer konnten früher überhaupt uicht fahren und mußten liegen bleiben. Der einzelne Retter verliert alle Äbersicht und muß froh sein, wenn er mit dem Leben davonkommt.

'Andererseits hat die Wüste auch ihre guten Seiten: der ewig blaue .Fimmel, die lachende Sonne, die reine Luft machen die Morgen- und Abendstunden sehr angenehm; bei Auf- und Antergang der Sonne bilden sich farbenprächtige Bilder. Es zeigen sich auch häufig Luftspiegelungen, die bekannte Fata Morgan«. Sie täuscht hier dem Wanderer zwar keine Palmenhaine vor, läßt ihn aber oft ver­meinen, über weite Wasserflächen zu blicken.

vr. Range, Neisestudien in Groß-Namaland.

12. Ein Sonnenuntergang.

Gegen Abend ging es weiter, immer am Erongogebirge entlang, dessen Amrisse sich scharf in der reinen Luft abhoben. Welche herr­liche Gebirgslandschaft hatten wir vor Augen!