sich: zwei Bastards und einen Kameraden, die nach den Verirrten ausgeschickt sind. Sie heben den letzten überlebenden aufs Pferd; er vermag aber nicht mehr zu reiten. Nun tragen sie ihn die weite Strecke zurück. Nach Lüderitzbucht gebracht, erholt sich der Wackere, erkrankt aber dort an Typhus, von dem er nun langsam genest. Vor den stärkeren Sonnenstrahlen muß er sich noch schützen.
„In solchen Tagen lernt man viel", deutete er mit sichtlichem Ernst an, und ich stimmte ihm zu; ein klein wenig von solchen Irrfahrten in Südwestafrika kannte ich ja aus eigener Erfahrung.
Lange und innig haben wir beim stillen Wandern auf unserer Lazarettinsel miteinander geredet.
M. Schmidt, Aus unserem Kriegsleben in Südwestafrika.
10. Auf dem südlichen Baiwege.
Jetzt durcheilt man die Namib von Lüderitzbucht aus mit der Eisenbahn in wenigen Stunden. Der Ochsenwagen dagegen gebrauchte zu diesem Wege, dem Baiwege, im günstigsten Fall eine Woche, häufig das Doppelte, und büßte bisweilen bei Sandsturm einen Teil seiner Tiere ein. Besonders die Truppe hatte zu Beginn des Äotten- tottenkrieges, ehe Mensch und Tier sich an die unwirtlichen Verhältnisse gewöhnt hatten, schwere Verluste an Zugtieren; zahlreiche Gerippe zeugen noch jetzt davon. Die gewöhnliche Pad ging bis Rotkuppe, nördlich der jetzigen Eisenbahn, deren Windungen sie abschneidet. Diese Strecke war die schwerste; mühselig schleppten die Ochsen den schweren Wagen durch den tiefen Sand der Dünen oder über das unwegsame Felsgelände. Oft genug mußte die ganze Last abgeladen werden, um nur erst den leeren Wagen über die Dünen zu bringen. Eine der letzten Dünen vor Rotkappe ist die sogenannte Vrülldüne; denn bei Wind hört man, in ihrem Bogen stehend, einen eigentümlich hohlen Ton, der durch zurückgeworfene Schallwellen hervorgerufen wird. Dann durchquert die Pad eine flache Mulde mit hartem, kiesigem Boden und erreicht den Südfuß der Koviesberge, welche bis 600 Meter aufragen und mit ihren wildzerrissenen Formen den Eindruck furchtbarer Öde machen.
Nach 30 Kilometern erreicht man Llkama. Dort quillt aus dem Gneisfelsen der Talmulde ziemlich ergiebiges Wasser hervor; vor 22 Jahren noch trat es als Ouelle zutage. Während des Krieges