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Deutsch-Südwestafrika : Land und Leute ; eine Heimatkunde für Deutschlands Jugend und Volk / hrsg. von Bernhard Voigt
Entstehung
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Im Oktober 1884 ging noch das KanonenbootMöve" mit dem Generalkonsul Dr. Nachtigall in der Bucht vor Anker, und einige Tage später trat Dr. Nachtigall mit Vogelfang die Reise nach Bethanien an. Lier wurde am 28. Oktober in feierlicher Rats­sitzung von ihm und dem Läuptling Joseph Frederiks der deutsche Schutzvertrag unterzeichnet.

Es ist Lüderitz nicht beschieden gewesen, den Aufschwung seines Llnternehmens zu erleben. Er rüstete im Jahre 1886 eine Expedition aus, um die Gegend am Oranjesiusse zu erkunden. Die Antersuchung wurde von Angra Pequena über Bethanien bis zur Nabasfurt im unteren Oranjesiusse ausgedehnt. Von dort aus wurde der Fluß in einem leichten Boote aus Segelleinewand bis zur Arisdrift befahren. Dieses Boot trug die Forscher auch ins Meer hinaus bis zur Alexanderbai, die fünf Kilometer südlich von der Mündung des Oranje liegt. Lier entschloß sich Lüderiy, mit dem Seemann Steingröver in dem kleinen Boote auf dem Seewege nach Angra Pequena zurückzukehren. Seit der Abfahrt von der Alexanderbai fehlen alle Nachrichten über das Schicksal der beiden, und es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß sie bei dem tollkühnen Unternehmen den Tod in den Wellen gefunden haben. Voigt.

6. Wie das Deutsche Reich den ersten Schutzvertrag mit Hottentotten schloß.

Nach einem Berichte des Missionars Bam.

Am 24. Oktober 1884 trafen in Bethanien der Kaiserliche Kommissar Dr. Nachtigall in Begleitung des Lerrn Vogelfang und des Grafen Spee, Unterleutnants zur See, ein. Bald erschien auch unser Läuptling. Er hatte sich in seinen schwarzen Sonntagsanzug geworfen und hätte gewiß noch einnehmender ausgesehen, wenn seine Lände nicht gar so schmutzig gewesen wären. Trotzdem schüttelte Dr. Nachtigall dem Läuptling Joseph und dessen Natsleuten herzlich die Land und ließ ihnen durch mich einige freundliche Worte sagen. Lierauf besuchten die Lerren unseren gerade im schönsten Schmucke stehenden Garten, wo sie an den schattigen Weinlauben und den Feigenbäumen großen Gefallen fanden und meinten, so etwas hier im Lande nicht vermutet zu haben.