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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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516 Fünfzehntes Kapitel. Die übrigen aussereuropäischen Länder.

wege aus Indien in die benachbarten Länder, Anfang der neunziger Jahre war es kaum der hundertste, neuerdings ist es etwa der zwanzigste Teil dem Werte nach, nämlich 1898 70,7 Mill. Rup. zur See, 3,5 Mill. Rup. zu Lande. Der Verkehr mit Manufakten stellte sich so, dass 1883 21 Mill. Rup. zur See, 17,8 Mill. Rup. zu Lande Indien verliessen, 1898 stand das Ver­hältnis wie 25: 18. Die indische Ausfuhr richtet sich hauptsächlich nach den unmittelbaren Grenzländern, teils bis nach den Küstengebieten des indischen Ozeans und der ostasiatischen Gewässer. Die Garne gehen der überwiegenden Menge nach nach China, früher auch nach Japan in ansehnlichem Masse, doch hat das neuerdings infolge des Emporblühens der japanischen Spinnerei aufgehört. Von den ungebleichten Stückgütern sind die Hauptkonsumenten Aden, Persien und Zanzibar, für etwas kleinere Beträge Mauritius, Arabien, China und Mozambique, auch Ceylon. Bei den gebleichten Geweben handelt es sich vorwiegend um Wiederausfuhr fremder, meist britischer Erzeugnisse. Die Hauptbezugsländer dafür sind Persien, Arabien, Aden, Ceylon und die Straits Settlements. Auch was aus Indien auf dem Landwege nach dem chinesischen und russischen Turkestan geht (1894/1895 für 673 440 Rup,. 1898/1899 für 528 875 Rup.), sind meist europäische Fabrikate.

10. Die nichtbritischen Besitzungen und Ceylon.

Aus den französischen Besitzungen wurden 1895/1896 Baumwoll- waren im Werte von 1774487 Rup. ausgeführt. In Pondichery giebt es drei mit Dampf betriebene Fabriken. Man führte 189 761 Ballen Schirting ein und 6494 Ballen blaues Baumwolltuch aus. Aus den portu­giesischen Besitzungen wurden 1895/1896 für 11587 Rup. Baumwoll- waren ausgeführt. In Ceylon ist der Baumwollbau von minimaler Bedeutung. Ein Herr Arthur de Silva befürwortete in einer kleinen Schrift die Ausdehnung der Kultur und giebt kurze Anweisungen dafür; die Kosten veranschlagt er für den Acre auf 13 Rup, aber man hat nichts davon gehört, dass er damit Erfolg erzielt hätte.

Einstweilen ist Ceylon nur Einfuhrgebiet fremder Fabrikate; es nimmt solche jährlich bis zum höchsten Werte von 10 Mill. Mk. auf (1897 497 000 Pfd. St.), doch wechseln die Beträge sehr und gingen gelegent­lich bis zu 6 Mill. Mk. herab. Die reichliche Hälfte davon kommt aus Grossbritannien, der Rest aus Indien und andern Ländern.