514 Fünfzehntes Kapitel. Die übrigen aussereuropiiischen Länder.
Quilon (Travancore), Bangalore (Mysore) etwas Fabrikindustrie. In den Eingeborenenstaaten Mysore, Indore, Baroda, Mandgaon und Blavnagar wurden 1899/1900 12,24 Mill. Pfd. Garn und 2,74 Mill. Pfd. Gewebe hergestellt.
9. Handel mit Fabrikaten.
Der Handel Indiens mit Baumwollfabrikaten ist uralt und stets von grosser Bedeutung gewesen, worauf an verschiedenen Stellen dieses Werkes Bezug genommen wurde. Aber im letzten Jahrhundert hat sich darin ein gewaltiger Umschwung vollzogen; denn Indien, das bis an die Schwelle jenes Zeitraums ausschliesslich Ausfuhrland, und zwar das wichtigste auf der Erde, war, ist von da an unter die Reihe der Einfuhrgebiete getreten und hat die grösste Menge fremder Baumwollwaren aufgenommen, ohne aber jemals den Charakter eines Ausfuhrlandes zu verlieren. Der Gesamtwert des Umschlages in baumwollenen Gegenständen stellte z. B. im Jahre 1898 die sehr bedeutende Summe von rund 379 Millionen Rup. dar.
Die Einfuhr von Baumwollwaren aller Art, die bereits Anfang der vierziger Jahre gegen 31 Mill. Rup. ausmachte, ist namentlich mit der Entwicklung des indischen Eisenbahnnetzes sehr bedeutend gestiegen; 1853/1854, wo die ersten Schienenwege gelegt wurden, betrug sie 57 Mill. Rup., 1863/1864 132 Mill, 1873/1874 178 Mill, 1883/1884 251 Mill, 1894 324 Mill. Rup. Von diesem ihrem höchsten Gipfel sank sie seitdem wieder in ansehnlichem Masse herab und belief sich 1898/1899 auf 247 Mill. und 1899/1900 auf 270 Mill. Rup. Sie besteht sowohl aus Garn, als auch aus Manufakturwaren, jedoch mit dem Unterschiede, dass, während die Garnsummen in den letzten Jahren zwischen rund 27 und 37 Mill. Rup. schwankten, sich diejenigen für Webwaren u. s. w. zwischen 214 und 298 Mill. Rup. bewegten. Unter den Einfuhrländern steht weitaus in erster Linie Grossbritannien, das z. B. von der Gesamteinfuhr des Jahres 1899/1900 für 259,1 Mill. Rup. oder 96 °/ 0 nach Indien lieferte. Auf Grossbritannien folgen Österreich-Ungarn mit 2,5, Italien mit 2,3, Deutschland mit 1,4 und Holland mit 1,3 Mill. Rup.
Die deutsche Einfuhr hat sich in den letzten Jahren beständig gesteigert; sie hatte 1895/1896 einen Wert von 0,5, im folgenden Jahre einen solchen von 0,6 und im nächsten einen Wert von 0,7 Mill. Rup. Die Baumwollwaren bilden überhaupt den wichtigsten Artikel fremder Einfuhr nach Indien, nämlich durchschnittlich 40 °/ 0 der Gesamteinfuhr.