Indien.
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1325 auf Oomra (779 Berar, 375 Khandesh, 171 Barsee und Nugger), 244 auf Bengal, 117 auf Broach, 63 auf Dhollerah u. s. w.
Das Schlussresume über den Handel Indiens mit Europa im Vergleich zur Union lässt sich in folgender Weise zusammenfassen:
Die Verteilung der indischen Baumwolle auf die einzelnen Einfuhrhäfen ergiebt ein wesentlich anderes Bild als diejenige des nordamerikanischen Produktes: Liverpool, welches als Markt für die amerikanische Baumwolle nach wie vor die Führerschaft behauptet, tritt für die indische Baumwolle sehr erheblich hinter die deutschen Häfen Hamburg und Bremen, hinter Antwerpen, Triest und in neuester Zeit auch hinter die italienischen Häfen Genua und Venedig zurück. Von den deutschen Häfen ist Hamburg der spezielle Markt für die indische, Bremen derjenige für die amerikanische Baumwolle. Havre, welches für die indische Baumwolle eine anhaltend sinkende und gegenwärtig nur geringe Bedeutung hat, nimmt von der amerikanischen mehr als Vl„ des Gesamtexports auf. Ein ziffernmässiger Vergleich der amerikanischen und der indischen Zufuhr auf den einzelnen Märkten, der namentlich deshalb interessant wäre, weil er die sehr viel höhere Bedeutung der ungleich stärkeren amerikanischen Zufuhren auf die Gesamtgrösse der Märkte zeigen würde, kann nicht gegeben werden, da hinreichende Angaben über die Verteilung des gesamten indischen Exports nur bis zum Jahre 1895/1896 vorliegen und sich gerade in den späteren Jahren die Verteilung der amerikanischen Baumwolle nicht unerheblich geändert hat.
8. Die Verarbeitung.
Die Baumwollweberei ist eine der ältesten Industrien Indiens; ihre Anfänge reichen zurück bis vor die Zeiten des Rigveda und des grossen Heldengedichtes Mahabharata. Das griechische Wort aivdwv ist etymologisch dasselbe wie Sindh oder Indien; der später in Gebrauch gekommene Name Kaliko kommt von der Stadt Calicut. In den frühesten Zeiten brachten arabische Händler als die einzigen Vermittler des Verkehrs zwischen Orient und Occident neben Seidenwaren auch baumwollene Zeuge in verschiedenen Farben und Mustern nach Europa. Als europäische Mächte Niederlassungen in verschiedenen Gegenden Indiens gründeten, entstanden um die kleinen Forts Ansiedelungen von Webern, die einzigen Industriezentren, die Indien gekannt hat. Die Engländer waren besonders darauf bedacht, ihre ersten Faktoreien inmitten einer Weberbevölkerung zu er-