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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Indien.

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und Dharwar geschieht das Entsamen jetzt nur durch Sägegins (vgl. S. 79 ff.), vielfach auch bei Dhollerah und Oomra. Die Pressung erfolgt bei fast drei Vierteln der indischen Ernte in den Städten des Innern. Das Erzeugnis von Broach, Dhollerah, Dharwar und Coompta dagegen wird in losen Packen von 200 Pfd., sog.Dokrahs, nach Bombay geschickt und dort zum Zwecke der Ausfuhr nochmals verpackt. Die indischen Ballen (vgl. S. 83) erleiden wegen ihrer guten Pressung und Verpackung auf dem Transporte nur wenig Beschädigung. Ihr Gewicht ist aber je nach dem Ursprungsorte etwas verschieden; die Ballen von Bombay und Karatchi wiegen 392 Pfd. netto, die von Calcutta, Madras und andern Häfen 400 Pfd. Nur vereinzelt, z. B. in Tuticorin, stellt man solche von 500 Pfd. her.

Der Durchschnittsertrag eines Acres an gereinigter und entkernter Baumwolle beträgt nach den Ermittelungen der indischen Regierung 54 Pfd.; die Extreme schwanken zwischen 34 und 152 Pfd. Sindh liefert durch­schnittlich 152, Assam 149, Radschputana 132, Bengalen 96, die Nordwest­provinzen und Oudh 93, Mysore 66, Zentralindien 51, Bombay 507 2 , die Zentralprovinzen 42, Madras 37, Berar 36 und Haiderabad 34 Pfd.

6. Die einzelnen Teile Indiens.

Die Präsidentschaft Bombay mit Einschluss von Sindh, mit einem Areal von 324100 qkm, etwa so gross wie Grossbritannien und Irland, aber mit seinen 19 Mill. Einwohnern verhältnismässig schwach bevölkert, ist bekanntlich den absoluten Zahlen nach das Hauptgebiet des indischen Baumwollbaues, denn sie beansprucht etwa ein Drittel der gesamten indischen Baumwollfläche. Das Baumwollland von Bombay und Sindh bewegte sich in den letzten Jahrzehnten zwischen rund 5 und 6 Mill. Acres, also fast so viel wie Texas, bezüglich der Jahreserträge steht die Präsidentschaft freilich weit hinter jenem zurück, da sie besten­falls 1200000 Ballen liefert, während Texas in guten Jahren das Drei­fache hervorzubringen vermag.

Die häufigsten Krankheiten, die die Pflanze befallen, sind nach Ansicht der eingeborenen Pflanzer fünferlei Art, nämlich 1. Banti roga, die gelbe Krankheit, die bei zu starken Regengüssen eintritt; die Stengel und Zweige werden schmutzig gelb und die Blätter rot; hören die Regen­güsse nicht auf, so sterben die Stauden ab. 2. Banji roga, die dürre Krankheit, entsteht, wenn bei starker Wolkenbildung harte Ostwinde