490 Fünfzehntes Kapitel. Die übrigen aussereuropäischen Länder.
setzen die Regen plötzlich im Juli gleich mit voller Stärke ein. Im Innern der Halbinsel sind Juli und August die Hauptregenmonate; von November bis Mai herrscht grosse Trockenheit.
Die jährliche Regenmenge unterliegt sowohl nach den verschiedenen Landesteilen als auch nach den einzelnen Jahren viel grösseren Schwankungen als in der Union; daher bewegen sich auch die Erträge des Baumwollbaues in viel weiteren Gegensätzen als dort. Nach F. Blanford schwankt die mittlere jährliche Regenmenge nach Landesteilen zwischen 3580 und 230 mm; der letztere Betrag ist durchaus ungenügend, und es bedürfen daher die Felder in Gegenden mit so geringer Niederschlagsmenge einer ausgiebigen künstlichen Bewässerung. Die mittleren Regenbeträge der einzelnen Teile Indiens sind nach Millimetern in der folgenden Tabelle zusammengestellt:
Konkan und Ghäts. 3 580
Malabar und Ghäts . 2 900
Assam und Cachar. 2 390
Niederbengalen.1680
Süd-Zentralprovinzen.1 300
Westbengalen.1 240
Orissa und Nord-Circars ... 1 190
Behar.1 090
Zentralindien .1070
Nordwestprovinzen und Oudh . 910
Berar und Kandesh.890
Gudscherat.840
Haiderabad.810
Nord-Dekhan.740
Mysore und Bellary.740
Ost-Radschputana.710
Pandschabebene . 560
Sindh und Cutch.230
5. Allgemeines über den Anbau.
Die indische Baumwolle rangiert, wie früher bemerkt, im Vergleich zu andern Handelssorten sehr tief; sie hat nicht nur einen recht kurzen Stapel, sondern weist auch mancherlei andere Mängel auf. An der Minderwertigkeit des indischen Erzeugnisses trägt zunächst die mangelhafte Kultur schuld, ausserdem das minder günstige Klima und die weniger vorteilhafte Bodenbeschaffenheit.
Die Versuche, die bestehenden Mängel zu beseitigen, reichen bis ins vorige Jahrhundert zurück. Im Jahre 1788 z. B. gelangte veredelter Samen an die Eingeborenen zur Verteilung. Die Englisch-Ostindische Kompagnie, die im allgemeinen nur wenig für die Baumwollkultur ge- than hat, brachte im Jahre 1840 einige erfahrene Pflanzer ins Land, denen es oblag, die Bauern zu unterweisen. Etwas wirksamer war das Vorgehen der Cotton Supply Association während des amerikanischen Bürger-