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75 in Saugor, Jubbulpur undDamoh. Der Gesamtertrag macht 226000 Cwt. aus; der grössere Teil davon wird im Lande verbraucht, 42000 Cwt. gehen nach Bombay, der Rest geht in andere Provinzen. Die Sorte ist benannt nach der Stadt Hinganghät; früher wurde sie mehr gebaut, 1878/1879 noch auf 800200 Acres. Die Vernachlässigung erfolgte, weil Weizen und Leinsaat besser lohnen. Die Aussaat erfolgt im Mai und Juni, die Ernte von November bis März.
L. Sindh; Gesamtanbaufläche 73 Tausend Acres, davon 53 Tausend in Haiderabad. Gesamtertrag 105000 Cwt., davon geht der grössere Teil nach Karatchi. Die Aussaat erfolgt im Juni und Juli, die Ernte von November bis Januar.
M. Assam; Anbaufläche 40 Tausend Acres; der Ertrag in einer Menge von 53 400 Cwt. wird grösstenteils nach Calcutta geschafft.
4. Boden- und Witterungsverhältnisse Indiens.
Um die Besonderheiten des indischen Baumwollbaues richtig verstehen und würdigen zu können, ist eine wenn auch nur orientierende Betrachtung der Bodenverhältnisse und des Klimas nötig.
a. Bodenform und Bewässerung.
Die Halbinsel Vorderindien zerfällt in drei scharf von einander geschiedene Teile: den Himalaya, das Tiefland zu seinen Füssen und die eigentliche Halbinsel. Das Himalayagebirge fällt hier ausser Betracht, da die Baumwolle hier nur vereinzelt vorkommt, vgl. Seite 478.
Die eigentliche Halbinsel oder das Plateau von Dekhan (Dekkan) ist im ganzen ein Gebiet mit zwar bewegten, aber unbestimmt gezeichneten Formen; bei massiger Seehöhe fehlen die Berge, die meist flache Gipfel haben, nirgends ganz, aber es finden sich auch keine kräftigen Gebirgs- scenerien; das Land ist eben ein im Mittel 600—700 m hohes, stark ausgenagtes Plateau mit teilweise erhöhten Seitenrändern. Der Nordrand, das Windhjagebirge, erhebt sich über die Südufer des Ganges um etwa 150 m, und im oberen Thale des Nerbudda giebt es kaum eine steile Thalwand; erst weiter unten, wo der Fluss ein tieferes Bett ausgewaschen hat, in dem er über Felsen in Katarakten dahinrauscht, werden die Abhänge schroffer. Bestimmter als das Windhjagebirge tritt die sog. Satpura- kette hervor, die, von Burhanpur bis Radschmahal reichend, eine Art Rückgrat der Halbinsel bildet. Südlich dieses Höhenzuges erstreckt sich