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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Indien.

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Die geschichtliche Entwicklung des Baumwollgeschäfts in Indien ist an vielen Stellen des allgemeinen Teiles besprochen; es genüge daher, aut diese Auseinandersetzungen zurückzuweisen. Vgl. Seite 10 ff., 159 ff.

1. Die in Indien heimischen Baumwollarten.

Indien wird von den Botanikern als die Heimat der einen Haupt­gattung der Baumwolle betrachtet, die als G. herbaceum bekannt ist und sich im Laufe der Jahrtausende in so viele Abarten zersplittert hat, dass es schwer hält, die Grundform herauszufinden. Ausserdem kommen aber auch manche Vertreter der Gattung G. arboreum vor, als deren Ursprungs­land man vielfach Afrika ansieht. Dass im neunzehnten Jahrhundert auch die amerikanische Baumwolle eingeführt worden ist, mag hier gleich mit erwähnt werden. Über G. herbaceum vgl. S. 54 ff.

Die einheimischen Namen für G. herbaceum sind ruf, kupäs in Hindostan, kapas, tula in Bengalen, Gudscherat und Bombay, ruf im Pendschab, vun-parattie, parutti bei den Tamilen, pauttie, edudi, paratti, paritt bei den Telugen, wah, wa in Birma, kurtam ussul im Arabischen, pambah im Persischen. Es ist aber wahrscheinlich, dass die meisten der aufgeführten Namen dem Faserstoff, nicht der Pflanze gelten. Als Heimat von G. herbaceum (Fig. 185) sieht Watt den Nordwesten Indiens an, aber er weist darauf hin, dass die ursprüngliche Form dieser Gattung in Indien eigentlich nicht vorkomme; die Hauptart für Indien sei vielmehr G. Wightianum Tod. Andere Botaniker dagegen betrachten G. herbaceum als die eigentliche indische Baumwolle. Die kultivierten Arten sind, nach Watt, fast ausschliesslich Bastardpflanzen, die meistens auf eine Mischung zwischen G. Wightianum und G. neglectum zurückgehen. Die wichtigsten dieser Bastarde sind G. cernum, G. indicum, G. intermedium, G. nanking und G. roseum. Zu dieser kommen noch zwei Varietäten des eigentlichen G. herbaceum: microcarpum und obtusifolium hinzu.

Die einheimischen Namen für G. arboreum sind nurma, deo kapas in Hindostan uud Bombay, budi kaskom, bhoga kuskom bei den Santal, bogali, nurma in Bandelkand, manua, radhia, nurma in den Nordwest­provinzen, kapas im Pandschab, manua, deo in den Centralprovinzen, deo kurpas in Mysore, deva kapusi bei den Mahratten; semparuthi bei den Tamilen, patti im Telugu; nuwa in Birma und kärpäsamu (nach Elliot) im Sanskrit. G. arboreum ist, nach Watt, ein niedriger Baum oder ein Strauch, der überall in Indien als ein Gartengewächs vorkommt, selten

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