204 Siebentes Kapitel.
die beiden Kettengruppen bald nach der einen, bald nach der andern Seite auseinanderspreizt, führt er mit einem besondern Gerät, dem „Schützen“, den Querfaden hindurch bis zum Rande der Ketten und von da wieder zurück und so weiter, bis das Stück fertig ist.
Welcher Rohstoff zur Erfindung der Weberei und ihrer Vorrichtungen führte, wann und wo dies geschah, das lässt sich nicht feststellen. Es scheint aber, dass die Baumwolle jener Rohstoff nicht war, sondern dass die Webetechnik zu irgend einer Zeit auf sie angewendet wurde.
2. Die Ursprungsgebiete der Verarbeitung.
Gegenwärtig wird das Spinnen und Weben von Baumwolle in fast allen Teilen der heissen und der gemässigten Zone ausgeübt, aber bei den meisten derselben lässt sicK der Beweis erbringen, dass diese Thätig- keiten zu gewissen Zeiten von aussen her eingedrungen sind. Nur bei drei Gebieten kann man einen solchen Nachweis nicht führen; daher
müssen wir annehmen, dass sie in diesen selbständig gefunden worden sind. Es sind Indien, die altamerikanischen Kulturländer und Innerafrika.
a. Indien.
Auf Seite 10 dieses Buches wurde darauf hingewiesen, dass die ersten Nachrichten, die wir auf die Baumwolle beziehen können, nicht sowohl die Pflanze, als vielmehr die Verwendung der daraus hergestellten Erzeugnisse betreffen. Das erste überhaupt erwähnte ist der
Fig. 75. Spinnende Negerin. Nach H. Schurtz.
ßr /VA