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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
Entstehung
Seite
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ZWEITES KAPITEL.

Die Baumwolle als Pflanze.

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ie Baumwollpflanze (Gossypium L.) gehört zu der Familie der malven­artigen Gewächse und kommt in den heissen und wärmeren ge­mässigten Gebieten der Erde in Kraut-, Strauch- und Baumform vor, doch gehen diese Formen, namentlich die erste und zweite, in einander über.

Im allgemeinen besitzt die Pflanze drei- bis siebenlappige Blätter, die am Grunde häufig herzförmig und mehr oder weniger langgestielt sind. Der Blütenkelch ist doppelt; der Aussenkelch besitzt drei herz­förmige, an der Spitze vielfach geteilte Blätter, während der eigentliche Kelch kürzer und fünfspaltig ist. Die Krone besteht aus fünf Blumen­blättern, die sich, auf einanderfolgend, mit dem Seitenrande decken und am Grunde mit der Staubgefässröhre verwachsen sind. Die Staubfäden sind sehr zahlreich und bilden eine cylindrische, mehr oder weniger verengerte Röhre, sind aber im allgemeinen kürzer als die Krone. Die Staubbeutel sind herzförmig, die Blüten weiss, bisweilen gelb, hellrosa oder purpurrot. Die weissen Blüten färben sich am zweiten Tage rot, was wahrscheinlich mit der Befruchtung zusammenhängt, da unbefruchtete Blüten unverändert abfallen; am dritten Tage verwelken sie. Der Frucht­knoten besteht aus fünf Fächern und endet in einen kolbenartigen Griffel. Die aus der Blüte hervorgehenden Samenkapseln erreichen die Grösse einer Walnuss bis zu der eines kleinen Apfels; sie enthalten drei bis fünf