Verzeichnis und Beschreibung der Karten und Abbildungen.
(Die selbst angefertigten Bilder tragen einen Stern *.)
Die Abbildungen sind alle Photographien, teils selbst angefertigte (*), teils käuflich erworbene. I)a die Zahl meiner Platten eine beschränkte war, huldigte ich dem Grundsatz, an Orten, wo gute Photographien im Handel erhältlich waren, lieber solche zu kaufen, als eigene anzufertigen, obwohl die eigene Arbeit beim Ethnographen im Falle der Wahl zumeist vorgezogen werden muss. Ich hatte aber meine Platten für die entlegeneren Gebiete zurückzuhalten, was ich um so eher tlmn konnte, als die Apia-Photographen Andrew und Davis von bekannter Güte sind.
Meine Platten stammten von Schippang in Berlin; jedes Dutzend war besonders für sich eingelötet und das Aluminiumlötband leicht abziehbar. In dieser Verpackung hatte ich den Verlust nicht einer einzigen Platte während der Reise zu beklagen und sogar heute noch nach vier Jahren sind die Platten noch so gut, dass ich alle Photographien für den II. Band noch mit denselben angefertigt habe. Rückhaltlos zolle ich dem Material und der Verpackung höchstes Lob. Mein Stativapparat 18 X 24 stammte von Goerz in Berlin, sowie auch der Doppelanastigmat, den mir Herr Geheimrat Fritsch in Berlin selbst auszusuchen die grosse Liebenswürdigkeit hatte, und welcher von bekannter Güte war.
Leider hatten die Platten einen etwas zu niederen Schmelzpunkt (ca. 25° C.) für die Tropen. Ich begegnete dem erst mit Chromalaun, zog es aber später vor, nachts um 3 Fhr zum Entwickeln aufzustehen, da sich um diese Zeit das Wasser schön abgekühlt hat. Ich würde in Zukunft Platten mit höherem Schmelzpunkt dieser bäckerartigen Thätigkeit vorziehen.
Entwickelt wurde mit Rodinal, welcher sich während der zweijährigen Reise gut hielt und dem der bequemen Verwendung halber der Vorzug vor andern gegeben wurde. Dem Übelstand der kräftigen Entwicklung bei den häutig überlichteten Platten in den Tropen muss man mit reichlich Bromkalium, oder besser verschieden abgestuften Mischungen begegnen. Leider wurden die Bilder häutig genug trotzdem flau, wenn sie unter- oder überexponiert waren.
a. Karten.
Karte No. 1. Savai'i (Skizze der Buchten von Asau Karte No. 3. Tutuila.
und Vaisala).S. 77 „ „4. Manu'a.
» , 2. üpolu.
b. Tafeln (Lichtdruck).
Tafel I. — Eine Dorfjungfer (taupou) im Festschmuck. Sie trägt den Kopfputz, tuiga, welcher aus vier Teilen sich zusammensetzt, den 3 Stäben (lave), dem Federschmuck aus roten Papageienfedern ('ie ula), dem Haarschmuck (lanulu) aus gebleichten Menschenhaaren bestehend, und dem Stirnschmuck aus Nautilus-Schalen ipale fuionoi. Dm den Hals trägt sie ein Halsband aus klein geschliffenen Pottwalzähnen (ulalei) und um den Leib einige feine Matten ('ie toga) überdeckt von einem Schurz aus ti- Blättern (titi). wie er ehedem im alten Samoa von den Männern auf dem nackten Körper getragen wurde.
Tafel II*. — Westlicher Teil des Hafens von Apia, vom Rifl aus aufgenommen, dessen wenig stark von der See geschlagene Kante im Hafen eben frei liegt. Man sieht das moderne Apia von Matafele bis zum Beginn von Mulinu'u. wo eben das Samoa-Haus und das moderne Wohnhaus des verstorbenen Königs Malietoa Laupepa
nebst dem Denkmal für die gefallenen deutschen Matrosen das Bild nach rechts (West) abschliesst. In der Mitte die grossen Häuser der deutschen Handels- und Plantagengesellschaft und drei Dächer rechts davon mein Haus in Sogi. Der links hervortretende Küstenberg ist der Apia- Berg (400 m), auf dessen Fuss die Gebäude der katholischen Yaea-Erziehungsanstalt liegen. Links vom Apia-Berg auf dem Gebirgskamm der breite Kücken des Lepue (ca. 1000 m), rechts davon der dreigipfelige Maugafiamoe (ca. 900 m), dessen Ineinskommen mit der Spitze des Apia-Berges von See aus eine gute Teilung für die Einfahrt nach Apia giebt. Ganz rechts endlich der breite Krater des Lanuto'o (ca. 700 in), welcher einen herrlichen See birgt, der beliebteste Ausflug der Weissen zu Apia.
Tafel III*. — Zwei Mädchen von Tutuila, rechts die Tochter des Tautolo von Aunu'u.