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Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
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Vorwort.

Uber die Ziele lind Zwecke dieser Arbeit, über die Art, wie sie entstand, und über die gast­lichen und hilfreichen Hände, welche mir draussen und zu Hause ihre Unterstützung liehen, habe ich mich schon in der Einleitung und zu Beginn des Litteraturverzeichnisses verbreitet.

Die Herausgabe jedoch, welche wegen des Umfanges und der Fremdartigkeit des Satzes ausser- gewöhnliehe Schwierigkeiten bereitete, wäre trotz des bereitwilligsten Entgegenkommens des Verlegers, Herrn Erwin Nägele, nicht in der niedrigen Preislage möglich gewesen, wenn nicht die Kolonial­abteilung des Auswärtigen Amtes weitblickend ihre Hilfe zugestanden hätte, wofür insbesondere dem Direktor derselben, dem Wirklichen Geheimen Legationsrat, Herrn 0. S tue bei, meinen ergebensten Dank hier abzustatten ich mich gedrängt fühle.

Ich will dabei nicht unterlassen, nochmals auf die grossen Verdienste hinzuweisen, welche Herr Geheimrat Stuebel um die wissenschaftliche Erschliessung von Samoa sich erworben hat, als er in den Jahren 1889 -1891 ein zweites Mal als Generalkonsul auf den Samoa-Inseln weilte. Seine umfangreichen Arbeiten sind alsSamoanische Texte vom Museum für Völkerkunde unter der Ägide des Herrn Geheimrat Prof. Dr. Bastian herausgegeben worden und werden stets eine der wichtigsten Grundlagen für das Studium der Sitten und Überlieferungen der Samoaner bilden. Wie ich es selbst unternahm auf seinen und anderen älteren Arbeiten fussend weiterzubauen, so mögen andere durch diesen neuen Hinweis auf die unendliche Fülle des Materials angeregt hinausziehen, ehe es zu spät ist. Möchten ihnen reichere Mittel und mehr fachmännische Unterstützung eine weniger harte Arbeit draussen gewährleisten und möchte ihnen daheim bei der Ausarbeitung ein geeigneterer Beruf mehr Müsse und Ruhe gewähren, als dies an Bord eines wandernden Schiffes in enger Kammer möglich ist.

Aber wie dem sein mag, niemanden werden einst Zeit, Mühen und Opfer gereuen, in dem Bewusstsein, in direkter oder indirekter Weise mit dazu beigetragen zu haben, das geistige Eigentum der dahinsterbenden pacifischen Völker am Abend ihrer eigenartigen Kultur und Weltanschauung zu retten.

Kiel, im Dezember 1901.

Dr. Augustin Krämer.