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in den Kämpfen noch Fußangeln benutzt; dieselben bestehen aus spitzen Bambusstäbchen, die in die Erde gesteckt werden.
Bis zur Einführung des Eisens, das die Herstellung der Geräte etwas erleichtern half, bestanden die Werkzeuge der Melanesier in Muscheln, Seeigelstacheln, Baustein und der Steinaxt.
Die Religion der Melanelier, Polmiester und Mikronesier.
Die Religionen der genannten drei Völkerschaften sind nicht wesentlich von einander verschieden. Es ist jedoch sehr schwer, sich ein deutliches Bild, eine völlig klare Vorstellung von der Religion dieser Völker zu machen, weil einesteils das gemeine Volk gar nicht imstande ist, genaue Auskunft darüber zu geben, andernteils die Priester und Ältesten des Volkes solches höchst ungern thun. Bei manchen Völkerschaften ist überhaupt von Religion und Gottesdienst nicht viel zu sehen und zu merken, und so ist es gekommen, daß Missionare, nachdem sie drei Jahre auf einer Station in Australien thätig gewesen, die feste Überzeugung hatten, die Eingeborenen verehrten keinen Gott; erst später sahen sie, daß das Volk an ein höchstes Wesen glaubte. Auch die Mitteilungen der Priester und Gebildeten des Volkes sind nicht sehr zuverlässig, da es diesen Leuten zu schwer wird, ihre Gedanken klar und richtig auszudrücken. Codrington sagt: „Ein Eingeborener, der wenig Englisch versteht, oder der versucht, mit einem Engländer in seiner eigenen Sprache zu verkehren, findet es viel leichter, zu allem, was der Weiße andeutet, zu nicken, oder solche Worte zu gebrauchen, die ihm eben bekannt sind, ohne daß er sich von ihrer Bedeutung genaue Rechenschaft geben kaun, als sich abzuquälen, um gerade das auszudrücken, was er aus dem Herzen hat. In dieser Weise erhalten Reisende, was sie für ganz zuverlässige Mitteilungen von den Eingeborenen halten, und drucken dann Dinge, die denen, welche wirklich eine genaue Kenntnis davon haben, ganz lächerlich klingen."
Bei allen diesen Völkerschaften findet sich der Glaube an eine übernatürliche Kraft oder Macht, an ein höchstes, ursprüngliches- Wesen, von dem jedoch das Volk eine sehr unklare Vorstellung hat, und das auf den verschiedenen Inseln immer wieder mit einem andern Namen bezeichnet wird. Von der Religion der Melanesier schreibt Codrington: „Es gibt einen Glauben an eine Kraft, ganz verschieden von Naturkräften, die in allen möglicher: Weisen Gutes und Böses schafft, und die zu besitzen oder zu beeinflussen zum größten Vorteil