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Küfer und Schmetterlinge. Die lästigen Moskitos kommen auf allen Inseln vor.
Im allgemeinen herrscht auf den australischen Inseln ein feuchtes Tropenklima. Auf den kleineren Inseln, wo es durch die See gemildert wird, ist es für die Europäer angenehm und erträglich.
Die Bewohner zerfallen in Melanesier und Polynesier; letztere teilt man wieder ein in die eigentlichen Polynesier und die Mikronesier.
Die Polynesier und Mikronesier.
Diese beiden Völkerschaften, die sich nur durch die Sprache und ihre religiösen und politischen Anschauungen unterscheiden, bewohnen die nach ihnen benannten Inselgruppen von Polynesien und Mikronesien. Sie sind im allgemeinen ein schöner und kräftiger Menschenschlag von mittlerer Körpergröße. Das Durchschnittsmaß der Marschallinsulaner beträgt 1,52—1,72 in. Die Reichen und Vornehmen, welche wenig arbeiten, haben meist einen schön gebildeten, oft fetten, aber nicht kräftigen Körper. Weniger schön, aber kräftig sind die Armen und die Bewohner der niedrigen Inseln, die ihren Körper im Kampfe mit den Wogen des Meeres stählen. Die Frauen sind gewöhnlich klein und häßlich. Die Hautfarbe ist dunkelgelb oder hellbraun; bei Wohlhabenden, die sich weniger den heißen Strahlen der Sonne auszusetzen brauchen, ist sie häufig nicht dunkler als bei Südenropäern. Die Polynesier haben schwarzes, lockiges Haar, das zuweilen kastanienbraun aussieht, ein rundes oder ovales Gesicht, hohe Stirn, vorspringende Backenknochen, dicke Lippen und schöne, weiße Zähne. Die Nase ist häufig gebogen; Hände und Füße sind verhältnismäßig klein. Ihr Charakter zeigt gute, aber auch viele schlechte Seiten. Sie sind freundlich und gut, aber auch leichtsinnig, wankelmütig, geschwätzig, lügenhaft, der Sinnlichkeit und dem Kannibalismus ergeben. Sie haben die Europäer nicht ungern aufgenommen, haben deren gute, leider aber auch deren schlechte Sitten sich rasch angeeignet.
Während jetzt die Zahl der eingeborenen Bevölkerung Polynesiens etwa l/z Million betrügt, war sie vor hundert Jahren bedeutend größer. In den vielen Kriegen, dem Kannibalismus und dem so sehr häufig vorkommenden Kindermorde mögen wohl die Ursachen der Bevölkerungsabnahme zu suchen sein. Das Christentum hat sich in Polynesien ziemlich rasch ausgebreitet. Auf mehreren Inselgruppen,