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Die deutschen Kolonieen : Beschreibung von Land und Leuten unserer auswärtigen Besitzungen / von Carl Hessler nach den neuesten und besten Quellen bearb.
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Mestßungen in Westafrika.

Deutsch-Südafrika.

(Siehe Karte 2.)

In dem Nnma- und D.amaralande, sowie in dem südlichen Teile des Ovambolandes und den Ländern am Ngamisee besitzt Deutschland ein Kolonialgebiet von ^ungefähr 30000 HjMl. (1650000 cilrm)?)

Die den Engländern gehörige Walfischbai ausgenommen, umfaßt das deutsche Gebiet in Südwestasrika die 180 deutsche Meilen lange Küstenstrecke vom Oranjefluß bis nördlich zum Cunene. Hartnäckig halten bis jetzt die Engländer an diesem Hafenplatze, der für den Handelsverkehr mit dem Hinterlande von großer Bedeutung ist, fest; doch hat man, um diesen Hafen Entbehren zu können, nach einem anderen geeigneten Platze gesucht und auch einen solchen in der weiter südlich gelegenen Sandwichbai gefunden. Diese Bucht ist durch eine vorspringende Landzunge vor den Stürmen trefflich geschützt, hat den Vorteil, daß sich dort gutes Trinkwasser befindet und auch Schiffe von großem Tiefgänge bis nahe an die Küste fahren können.

Die Zahl der Eingeborenen schätzt man im Namalande auf 17000 bis 30000, im Ovambolande auf 100000 und im Damaralande auf 80000 Herero und 50000 Bergdamara. Im ganzen deutschen Schutz­gebiete beträgt die Einwohnerzahl nur etwa 300000?*)

Vom Oranjefluß bis zum Kap Frio bietet die Küste einen höchst öden und traurigen Eindruck; in einer Breite von 20 bis 30 lern wird sie von einem Sandmeer und nackten kahlen Felsen begleitet. Da es hier nur äußerst selten regnet, ist Wasser nirgends vorhanden, und die Flüsse erreichen das Meer nur zur Regenzeit. Hinter diesem Knstensanme jedoch gewährt das Land einen anderen Anblick. Zur Regenzeit (vom Dezember bis Mai), wenn Bäche und Ströme das

*) Die Größe des Deutschen Reiches beträgt: 540 594 hkm (9818 djMl). *') Aiso etwa soviel wie Breslau oder Hamburg.