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Kau der Kolonialbahnen.
(nach dem bewährten Muster zweier Nebenbahnen des preußischen Eisenbahn-Direktionsbezirks Erfurt) angestellten Versuche haben leider kein günstiges Ergebnis erzielt und führten zur Wiederbeseitigung der eingebauten Kupplung; der Mißerfolg scheint auf dem Umstande zu beruhen, daß die Gleislage der in raschem Baufortschritt vorgetriebenen Bahnstrecke nicht mit der für den Erfolg dieser Kupplung notwendigen Sorgfalt unterhalten wurde, so daß einige Entgleisungen vorkamen, die man auf die Kupplung selbst zurückführte. Der Vorgang bestätigt die alte Erfahrung, daß Kolonialbahnen im allgemeinen kein geeignetes Feld für Versuche sind. — Durch das Einpuffersystem wird eine große Zahl von Gefahren für den Rangierdienst ausgeschaltet, die dem heimischen Zweipuffersystem anhaften. —
Personenwagen.
Die Abweichungen in der Bauart, soweit sie durch die Tropen bedingt sind, bestehen in der Anwendung eines mit ruhender Luftschicht versehenen doppelten Daches und der an dem oberen Teil der Seitenwände angebrachten, als Sonnenschürze dienenden klappbaren Blendläden, die gewissermaßen eine beiderseitige Fortsetzung des Doppeldachs darstellen. Auf Lüftung der Wagen ist besonders Bedacht zu nehmen. Zur Abblendung des grellen Sonnenlichts werden die Glasscheiben der Fenster vielfach rauchfarbig oder gelb gefärbt, und die Fensterrahmen zur Abhaltung der Stechmücken mit Moskitodrahtnetz bespannt.
Mit Rücksicht auf den vielfach im Zuge stattfindenden Fahrkartenverkauf haben die Wagen meist Durchgangsform, d. h. der Gang liegt an der Seite oder in der Mitte zwischen zwei den Zugang bildenden überdeckten Kopfplattformcn; wenn Abteile angeordnet werden, so empfiehlt sich, die Teilungswände nicht höher zu führen, als unbedingt nötig, damit die Lüftbarkeit und Einheitlichkeit des Wagens in seiner Raumwirkung möglichst erhalten bleibt. Die Sitzbänke sollten mindestens in der I. und II. Klasse rechtwinklig gegen die Fahrtrichtung gestellt werden, eine Anordnung, die in der Heimat wohl überall als die bessere anerkannt ist. Die entgegengesetzte Anordnung der Bänke parallel der Längswände fand sich u. a. früher bei den Wagen I. Klasse der Ugandabahn und ist meines Erachtens für längere Fahrten höchst unbequem; das Ilinaussehen zum Fenster ist nur mit einer auf die Dauer sehr ermüdenden Verdrehung des Körpers möglich. Die Wagen der 111. Klasse, die in unseren Schutzgebieten im allgemeinen auf die Benutzung der Farbigen beschränkt sind, entsprechen in ihrer Ausstattung etwa den heimischen Wagen IV. Klasse. Die I. und II. Klasse ist meist vereinigt untergebracht und mit Abort ausgestattet; für längere Fahrten werden vorzugsweise vier- achsige Wagen mit zwei Drehgestellen verwendet, im übrigen zweiachsige, meist mit freien Lenkachsen versehen. Der Radstand der Drehgestelle beträgt 1,42 bis 1,50 m; der Abstand der Drehgestell- Mitten 9,50 m.