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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Bau der Kolonialbahncn.

Wasser gefunden, und dies mußte von Swakopmund aus herangeführt werden; auch mußte man beim weiteren Baufortschritt die Bauspitzc täglich von Omaruru aus mit Wasser versorgen. Ähnliche Schwierig­keiten bestanden bei der Sudanbahn, bei der Ugandabahn u. a.

Auf der Tanganjikabahn sind an den Hauptwasser- und Lokomotiv- heimatstationen Hochbehälter von 50 cbm Inhalt aufgestcllt; der tiefste Punkt ihres Fußbodens liegt mindestens 10 m über Schienenoberkante. Dient der Behälter auch Feuerlöschzwecken, so ist seine Hohe auch nach den vorhandenen Gebäuden und Entfernungen zu bemessen. Der Durchmesser der Hauptleitungen beträgt nicht unter 200 mm. Recht­winklige Abzweigungen sind mit Krümmerstücken von 45° hergestellt. Die Wasserentnahme geschieht durch drehbare Wasserkrane, die in der Minute mindestens 1 cbm Wasser geben. In Verbindung mit den Kranen sind Arbeits- oder Löschgruben angelegt, und der Boden in der Umgebung der Krane ist abgepflastert, damit die Arbeitsgruben und anschließenden Entwässerungsleitungen nicht versanden. Wasser­pfosten und Zapfhähne sind auf den Bahnsteigen, an den Kohlenlagern, Entseuchungsanlagen, an den Aufstcllungsgleisen zum Reinigen der Personenwagen und für Feuerlöschzwecke vorgesehen; die Zuleitungen zu den Wasserpfosten haben 50 mm Durchmesser im Lichten. Wasser­stationen, deren Wasser für die Speisung der Lokomotivkessel un­geeignet ist, sind mit Anlagen zur Reinigung und Enteisenung des Wassers ausgerüstet.

Zum Betriebe der Wasserstationen werden mit Vorteil Windmoto­ren verwendet. Auf der Station Kidete der Tanganjikabahn treibt ein Stahlrad von 4,5 m Durchmesser eine Saug- und Druckpumpe und fördert damit in der Stunde 3 cbm Wasser in den 12 m über S. O. auf­gestellten Hochbehälter.

Die Hauptwerkstätten sind, wie in der Heimat, erforderlich, um die vorgeschriebenen, regelmäßig wicdcrkchrenden Untersuchungen sämtlicher Fahrzeuge und die dabei oder danach sich als notwendig ergebenden Unterhaltungs-, Ausbesserungs- und Erneucrungsarbeitcn vorzunehmen, sowie ferner um die von der Heimat in zerlegtem Zu­stande hinausgesandten Fahrzeuge betriebsfertig zusammenzubauen.

Die Herstellung neuer Fahrzeuge bleibt im allgemeinen der Privat­industrie überlassen, wobei die heimischen Fabriken meist billiger werden liefern können als die Werkstätten der Schutzgebietsbahnen.

Der gegebene Sitz der Hauptwerkstätte ist entweder der Ilaupt- einfuhrhafcn an der Küste oder ein möglichst im Schwerpunkt des Bahnnetzes gelegener Knotenpunkt im Innern. Die klimatischen und

Werkstätten.

Abb. 127. Sägedächer der Werkstätten in Ebute Metta.