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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Bau der Kolonialbahnen.

Bahnsteigsperre nach heimischem Vorbild ist auf den Sta­tionen der deutschen Schutzgebietsbahnen im allgemeinen noch nicht eingeführt, es macht sich aber auf einzelnen größeren Bahnhöfen, namentlich den Endbahnhöfen, schon jetzt das Bedürfnis geltend, die Bahnsteige, Gleise und Züge vom Verkehr der nicht Reisenden, der müßigen Zuschauer, auch der Händler usw. freizuhalten; es wird daher voraussichtlich bald mit der Absperrung der Bahnsteige für den freien Verkehr aus Rücksichten des Betriebes auf solchen Stationen vor­zugehen sein; dies ist inzwischen in Bonaberi, Duala und Edea, und zunächst probeweise in Tanga geschehen. In Kamerun sind zu diesem Zwecke Bahnsteigkarten zum Preise von 10 Pf. das Stück eingeführt.

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Abb. 124. Station der Ugandabahn.

Auf der britischen Ugandabahn sind die Bahnsteige der verkehrs­reicheren Stationen wie Mombassa, Nairobi, schon jetzt in ähnlicher Weise abgesperrt.

Um eine später etwa erforderliche Einführung der Bahnsteigsperre nicht zu erschweren und zu verteuern, ist es geboten, bei der Anord­nung der Grundrisse der Empfangsgebäude und der Einfriedigungen usw. hierauf von vornherein Rücksicht zu nehmen.

Hochbauten.

Bei den Hochbauten der Kolonialbahnen ist die Anwendung der den tropischen Bedingungen entsprechenden einfachen Formen und die Verwertung solcher Baustoffe und Arbeitskräfte anzustreben, die das Land selbst zur Verfügung stellt; dadurch wird meist der Kostenauf-