Die Einschienenbahn.
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Die Einschienenbahn.
Die Einschienenbahn hat bei beschränkter Ausdehnung als Pflanzungsbahn ihre Berechtigung, solange der Verkehr so schwach ist, daß zu größeren Kapitalaufwendungen kein wirtschaftlicher Anlaß vorliegt. Der Antrieb erfolgt durch Menschenkraft. Die Fahrzeuge sind mit zwei hintereinander liegenden Rädern verseilen, welche beiderseits Spurkränze haben; sie werden mittels wagerechter Hebel auf beiden Seiten von je einem Mann vorwärtsbewegt und im Gleichgewicht gehalten; hört die Fortbewegung auf, so wird der Wagen auf ein Paar der auf beiden Seiten angebrachten Stützen abgesetzt. Die Bedienung der Balm erfordert also die Anlage von Fußwegen zu beiden Seiten des Gleises für die Schwarzen, welche die Wagen schieben, so daß sich eine 2.5 m breite Bahn ergibt. —
Auf der Pflanzung Ekona der Deutschen Kautschuk-Aktien-Gesell- schaft in Kamerun südöstlich Buea war noch im Jahre 1913 eine Einschienenbahn in der Ausdehnung von im ganzen 27 km im Betriebe; sie soll das Heranschaffen der Pflanzungserzeugnisse, Kakao und Palmkerne. zu den Sammelplätzen erleichtern und vermittelt den Verkehr zwischen dem 390 m hoch gelegenen Ekona und dem zugehörigen Vorwerk Pundo, das nur 40 m hoch am Mungo liegt. Die Schienen sind 5 m lang und auf 5 bis 7 etwa 40 cm langen eisernen Querschwellen von 13 cm Breite verlegt. Die Schiene wiegt 6 kg/m, hat 65 mm Höhe, 45 mm Fuß- und 20 mm Kopfbreite bei 5 mm Stegstärke. Die Qucr- schwellen sind \ -förmig und wiegen 5,5 kg/m. Der Oberbau wiegt
etwa 14.53 kg/m. Der Schienenstoß ist durch zwei flache Laschen gedeckt. Die Wagen haben 1,30 m Radsland, der Raddurchmesser beträgt 26 cm, die Spurkränze sind 20 mm hoch. Kleinster Bogenhalbmesser 5 m. Der auf dem Untergestell ruhende Wagenkasten ist 80 cm hoch, 78 cm breit und 94 cm lang; er wird bergauf bei einer Steigung von 4 bis 5 v. II. mit etwa 400 kg. bergab mit 600 kg Nutzlast beladen. Für die Bergfahrt sind für einen Wagen drei Schwarze erforderlich, die in der Stunde 3 bis 3,5 km zurücklegen. Im Betriebe sind etwa 20 Wagen. Die Anlagekosten der Bahn werden zu 3000 bis 4000 Jb für das km angegeben. Die Einschienenbahn dieser Art ist von eng begrenzter Leistungsfähigkeit und nur bei schwachem Betriebe etwa auf vorhandenen Pflanzungswegen wirtschaftlich, da sie verhältnismäßig zu viel Arbeitskräfte erfordert. Ihre Anwendung auf größere Betriebe ist kaum zu empfehlen. Die Anlage verdient ihrer Eigenart wegen Erwähnung.
Weichen. Als Weichenmuster gilt für die deutschen Schutzgebietsbahnen die Weiche 1:8 mit eiserner l'ntcrschwellung mit einem Bogenhalbmesser im krummen Strang von 95,565 m, zwei gleichen geraden Zungen von 4 m Länge und Radlenkern von 3 m Länge, vgl. die Abb. 117, aus der die wichtigsten Abmessungen hervorgehen. Die Gesamtlänge vom Zungenstoß bis hinter den Ilerzstückstoß beträgt 20,01 m und wird durch 30 Querschwellen unterstützt. Zungenvorrichtung und Herzstück sind auf Blechplatten befestigt.
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