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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Bau der Kolonialbahnen.

bei einer Heranziehung der Truppe an etwa 200 Tagen, auf die Summe von 300-200-8 = 480000 M zu veranschlagen. Bei der Aus­führung ergaben sich indes mancherlei Schwierigkeiten, und es kam schließlich darauf hinaus, daß die Truppe sich auf das Vorstrecken des Oberbaus beschränkte. Die Truppe ist im allgemeinen für Arbeits­leistungen wie Erdarbeiten, Herstellung von Bauwerken kleinerer Art u. dgl. nicht ausgebildet; vor allem hat sie andere Pflichten zu erfüllen, denen sie sich durch derartige Leistungen entzieht. Auch traten in erheblichem Umfange Erkrankungen, insbesondere Erkältungen, bei den an diese Arbeiten nicht gewöhnten Mannschaften ein, so daß der ganze Plan auf die Dauer keinen großen Anklang zu finden vermochte.

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Abb. 90. Tanganjikabahn. Oberbauzug auf einer vorläufigen Holzbrücke.

Die erhofften Vorteile waren weder für den Etat der Truppe noch für den Bau zu erzielen. Etwas anderes ist natürlich die Ausführung von Ko­lonialbahnen durch die Militärverwaltung unmittelbar. Hierfür sind erfolgreiche Beispiele: der Bau der Sudanbahn durch Lord Kitchener (vgl. S. 107) und der der schmalspurigen Staatsbahn Swalcopmund JakalswaterKaribibWindhuk durch ein Kommando der deutschen Eisenbahntruppen (vgl. S. 80).

Arbeitsplan und Baufortschritt; Vorbau und Ausbau.

Bei den meisten Kolonialbahnen, die in ein unerschlossenes Land Vordringen, ist der Vortrieb der Arbeiten von einer Seite aus und die sofortige Benutzung der nur roh fertiggestellten Strecke als Zubringer für alle Baustoffe und -geräte, für die Lebensmittel und die Ver­pflegung der Arbeiter und Beamten bezeichnend, da leistungsfähige