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des Staatssekretärs des Reichskolonialamts.
Die Drohungen unserer Gegner, die Feindseligkeiten gegen Deutschland auch nach Friedensschluß auf wirtschaftlichem Gebiet fortzusetzen und ihm die für seine Industrie nötigen Rohstoffe vorzuenthalten, haben uns in einer Weise, wie sie eindringlicher nicht gedacht werden kann, den Wert eigenen Kolonialbesitzes und die Pflicht zu seiner intensiven Erschließung von neuem vor Augen geführt. Sollen die Kolonien dem Zwecke unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit dienstbar gemacht werden, so müssen in den k)mmenden Friedensjahren Hand in Hand mit der Wiederaufnahme und Erweiterung der Kulturarbeiten auch die verkehrstechnischen und verkehrswirtschaftlichen Arbeiten zielbewußt und mit allen Mitteln gefördert werden.
Ein Unternehmen fördern wollen, setzt eingehende Kenntnis voraus, setzt auch voraus die Vertrautheit mit früheren Unternehmen ähnlicher Art, ihren Erfolgen und unvermeidlichen Mißerfolgen.
Es erscheint deshalb durchaus zeitgemäß, daß noch während des Krieges das vor seinem Beginn von dem Geheimen Oberbaurat Baltzer in Angriff genommene Werk „Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas” an die Öffentlichkeit tritt.
Der Allgemeinheit wird mit diesem Buche ein umfassender, mit dem denkwürdigen I. August 1914 abschließender Geschäftsbericht, wenn man so sagen darf, über die Erschließung der Kolonialgebiete in Afrika, über die verkehrstechnischen und verkehrswirtschaftlichen Leistungen und Errungenschaften der daselbst interessierten Kulturvölker vorgelegt.
Ich begrüße das Buch als eine willkommene Ergänzung der vorhandenen Literatur, die teilweise veraltet, zum Teil nicht jedermann zugänglich ist.
Berlin, im Februar 1916.
Dr. Solf.