Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1898) Die Thierwelt Ost-Afrikas und der Nachbargebiete : wirbellose Thiere
Entstehung
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Beschälte Weichtiiiere.

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lang (hoch) und ebenfalls schmal, mit fast parallelen Rändern, an manchen Stücken der Hälfte der ganzen Schalenlänge nahe kommend. Blauer Nil und seine Zuflüsse, Cailliaud bei Ferussac und Bourguignat.

Aus Westafrika sind im Berliner Museum Aetherien vorhanden aus dem Senegal durch Naturalienhändler, von Abetifi an der Goldküste (engl. Gebiet) durch Missionär Dilger, vom Niger durch G. Schneider in Basel und vom Kogi-11- Assarawa, Zufluss des Benue durch Harteret, vom Fluss Tschiloango bei Landana durch Herrn v. Mechow und von mehreren südlichen Zuflüssen des Kongo, wie dem Kuango durch Dr. Büttner und dessen Mündung in den Kassai durch Lieutenant Müller I, vom Lualaba bei Nyangwe und aus dem Gebiet zwischen Luhua und Lualaba durch Wissmann; all diese ähneln denen aus dem Nilgebiet so sehr, dass man sie ohne Fundortsangabc nicht davon unterscheiden würde, und zwar vertheilen sich die einzelnen Formen folgendermaassen:

Var. elliptica im engeren Sinne: Senegal, Niger, Benue und Kuango.

Var. trigonula Lm. vom Gebiet zwischen Luhua und Lualaba.

Var. semilunata und transversa von Abetifi.

Var. tubifera vom Niger, Benue, Kuango und Lualaba. Hierher auch E. carteroni Michelin aus dem Senegal und wohl auch Rochebrune's Aetheria bourguignati, Bull. Soc. Mal. de France III, p. 14, aus dem Kongo.

Var. cailliaudi Fer. aus dem Tschiloango, bis über 34 cm lang, am Ende abgebrochen, Wirbelfläche allein 20 1 /s cm.

Simroth hat zwei Formen mit eigenem Namen beschrieben, welche Pechuel- Lösche an den Kongofällen gesammelt hat (Zool. Anzeiger 1890, S. 662, Berichte d. naturf. Ges. zu Leipzig, 189091, S. 23, und Abhandl. d. Senckenbergischen naturf. Ges. XVIII, 1894, S. 273, mit einer Tafel in Farbendruck); von diesen ist Aetheria heteromorpha var. tubulifera, nur durch zahlreichere dichter gedrängte Röhrenstacheln von tubifera Sow. zu unterscheiden; Var. nidus-hirundinis ist eine stachellose, stark gewölbte kleine Form (circa 44 mm in beiden Durch­messern), welche seitlich an senkrechten Steinwänden anzusitzen scheint und mir bis jetzt von anderswo nicht bekannt geworden ist. Die oben erwähnten Aetherien aus den Zuflüssen des Kongo gleichen vielmehr denen aus dem Nilgebiet.

Unioniden.

Schale länger als hoch, mit markirter äusserer Schalenhaut (braun, grün oder gelblich) und perlmutterartiger Innenseite. Jede Schalenhälfte ein Spiegel­bild der anderen, abgesehen von den Zähnen.

Unio Retz.

Kürzere, stärkere Zähne zwischen Wirbel und vorderem Muskeleindruck, meist jederseits zwei, rechts ein oberer und unterer, links ein vorderer und hinterer, oft gefurcht und gekerbt, und hinter den Wirbeln längere, schwach gebogene, dem Rückenrand parallele, lamellenförmige Zähne (Lamellen), bis zum hinteren Muskeleindruck, rechts in der Regel nur einer, links regelmässig zwei, den rechten umfassend. Wirbel mehr oder weniger weit nach vorn gerückt; Vorderende meist gerundet, hinteres gerundet oder zugespitzt (schnabelförmig). Mantelränder des lebenden Thieres an der ganzen Unterseite sich nur berührend, aber nicht verwachsen; hinten zwei mit Fransen umgebene Löcher, das obere ringsum ge­schlossen, das untere nur eine Erweiterung der mit ihm ununterbrochen zusammen­hängenden Mantelspalte.