Kritische Bemerkungen.
An dieser Stelle will ich einige Momente hervorheben, die mir bei der Bearbeitung des Materiales besonders auffielen.
Von besonderem Interesse ist der Nachweis des Vorkommens zweier Gattungen: Cyprinotus und Stenocypris (malcolmsoni) in den süssen Gewässern Afrikas, deren Arten bisher nur aus dem indischen und australischen Gebiete bekannt waren. Dieser Umstand schliesst sich den übrigen Beweisen an, dass die Fauna von Ostafrika einen indischen Charakter hat.
Die Art Cyprinotus cingalensis aus Ceylon wurde zuerst von Brady beschrieben und dann von Sars in dem Schlamm aus Australien wiedergefunden. Bei dieser Art fällt die dorsale buckelige Auftreibung der rechten Schale sogleich ins Auge. Ihr reiht sich die in Afrika gefundene neue Art Cyprinotus elatior an.
In dem Stuhlmann'schen Materiale habe ich aber noch eine neue Gattung Physocypria gefunden, die dieselbe Abweichung im Baue der Schalen besitzt, wie die eben erwähnten Arten. Vielleicht dient diese Vorrichtung den Thieren als ein Wasserbehälter, während sie in der trockenen Jahreszeit im Schlamme liegen.
Bemerkenswerth ist auch der Umstand, dass sich bei einigen Formen die Charaktere der europäischen Arten wiederholen; so entspricht C. congener den europäischen Arten C. incongruens, C. puberoi'des der C. pubera und C. venusta der C. clavata.
Das Vorkommen der Männchen bei den erwähnten Arten gestattete die Aufstellung von Untergattungen und Gruppen der Gattung Cypris.
Das gesammte Material zeichnet sich überhaupt durch die Anwesenheit von Männchen bei der Mehrzahl der Arten aus. Bei den eben erwähnten europäischen Arten ist mit Ausnahme der C. incongruens nur die partheno- genetische Vermehrung bekannt.
Moniez*) hat zuerst auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass in Algier bei den Arten, die sich in Europa nur eingeschlechtlich fortpflanzen, regelmässig auch Männchen erscheinen.
*) Moniez R., I.es mäles chez les Ostracotles d'eau clouce (Revue biol. dn nord de la France. 3. Ann. No. 9. 1891).