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Dr. W.'. Michaelsen.
auf den jungfräulichen Inselchen des feuerländischen Archipels sammeln; so ein nach Gold suchender Abenteurer oder ein Robbenschläger schleppt sicher keine Lumbriciden mit sich und andere Leute kommen nur ausnahmsweise dahin.
Warum sollten nicht andre Terricolen ebenso verschleppt werden können wie die Lumbriciden und sich von dem Centrai-Punkt ihrer neuen Heimat ebenso weiter verbreiten? Ich bin der Ansicht, dass man den Einfluss des menschlichen Verkehrs noch lange nicht genügend hoch anschlägt. Besonders die Perichaetiden habe ich im Verdacht, dass sie nicht aus eigener Kraft zu ihrer jetzigen Verbreitung gekommen sind. Dafür scheint mir das häufige Vorkommen dieser Thiere in den botanischen Gärten europäischer Länder zu sprechen ebenso auch die auffallende Thatsache, dass ein verhältnissmässig grosser Procentsatz der ausserhalb des eigentlichen Gebietes (Süd-Ost-Asien und Australien mit Polynesien) gefundenen Perichaetcn zugleich in jenem Gebiet nachgewiesen ist (P. sumatrana Horst, P. houletti E. Perr., P. capensis Horst, P. madagascariensis Mich.,*) P. indica Horst und P. robusta E. Perr.). Von Eudrilus boyeri Bedd., dessen Gattungs-Genossen im tropischen Amerika und Afrika wohnen, während er selbst in Neu-Caledonien angetroffen worden ist, vermuthete schon Beddard, dass er eingeschleppt sein möge; dasselbe nahm Fletcher von Microscolex dubius Fletcher an (von Amerika oder den Mittelmeer- Ländern nach Australien). Die weiteste Verbreitung ausserhalb seines ursprünglichen Gebiets zeigt von tropischen Terricolen wohl der Pontoscolex corethrurus O. F. Müll.; aber auch bei diesem Terricolen kann der Umfang, den seine Verbreitung in der neuen Heimat angenommen hat, nicht als Beweis gegen die Annahme der Verschleppung durch den Menschen geltend gemacht werden; reicht er doch lange noch nicht an die Verhältnisse hinan, die wir bei Allolobophora caliginosa Sav. (turgida Eisen, tropezoides Dug.) finden, und diese ist in den Ländern der südlichen Hemisphäre sicherlich eingeschleppt, wie ich oben glaube klar gestellt zu haben.
Wie die Dinge einmal liegen, müssen wir, die wir die geographische Verbreitung der Regenwürmer feststellen wollen, uns glücklich schätzen, dass der verwirrende Einfluss des menschlichen Verkehrs noch nicht grössere Dimensionen angenommen hat. Noch lassen sich die charakteristischen Züge der autochtonen Verbreitung erkennen; aber wie mancher dieser Charakterzüge ist schon jetzt im Begriff sich zu verwischen. Die Verhältnisse, die ich in Santiago, Valparaiso und Buenos-Aires angetroffen habe, bringen mich zu der Ansicht, dass that- sächlich eine Verdrängung der einheimischen Terricolen durch die europäischen Eindringlinge stattfindet, die nur einer gewissen Zeit bedarf, um sich über grössere Gebiete zu erstrecken und zur Ausrottung ganzer Arten zu führen.
Ocnerodrilini.
Buköba, -
Buköba,
Ocnerodrilus affinis Michaelsen. Pygmaeodrilus affinis Michaelsen (11, pg. i° 20' S B
— B ——— i-, Tiefe der Bucht; 28. XI. 90. i n 55' O. L. •
6).
*) Nach einer jüngeren Erwerbung des Naturhist. Museums zu Hamburg lässt sich das Vorkommen der P. madagascariensis Mich, auf Ceylon feststellen.