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DR. W. MlCHAELSEN.
Eudrilini.
Eminoscolex toreutus nov. gen. nov. spec. (Fig. 26.)
Ich konnte zwei ziemlich stark erweichte Exemplare von zwei verschiedenen Fundorten untersuchen.
Aeusseres: Das grössere Exemplar war 85 mm lang, 2 1 / 2 bis 3 mm dick und bestand aus 140 Segmenten. Die ursprüngliche Farbe liess sich bei keinem der beiden Exemplare erkennen; charakteristisch scheint ein grünliches Irisiren zu sein. Der Kopflappen ist mittelgross, regelmässig gewölbt und treibt einen scharf begrenzten dorsal-medianen Fortsatz bis zur Mitte des Kopfringes oder wenig weiter nach hinten. DieBorsten stehen in vier Paar-Reihen. Die ventralen Paare (ab) sind sehr weit, übertreffen jedenfalls die Hälfte der ventral-medianen Borstendistanz (aa). Die lateralen Paare (cd) sind enger. Die Distanz zwischen den Paaren einer Seite (bc) ist im allgemeinen etwas kleiner als die ventral-mediane Borstendistanz (aa). Die dorsal-mediane Borstendistanz (dd) beträgt etwas weniger als der halbe Körperumfang. Vor dem Gürtel erweitern sich die ventralen Paare noch um ein Beträchtliches und zwar auf Kosten der ventral-medianen Borstendistanz, die hier infolge dessen kleiner wird als die lateral-mediane. Segmentalorgan- Oeffnungen sind vom 4. Segment an erkennbar; sie liegen dicht hinter dem Vorderrande der Segmente vor den lateralen Borstenpaaren.
Aeussere Geschlechts-Charaktere: Die Grenzen des Gürtels sind nicht genau festzustellen; jedenfalls überragt er nicht die Segmente 13 und 18. Zwei männliche Geschlechts-Oeffhungen liegen auf stark erhabenen, umfangreichen Papillen, in der Intersegmentalfurche 17/18 vor den ventralen Borstenpaaren. Eine ventral-mediane Längsfurche trennt die beiden Papillen. Zwei Samentaschen-Oeff- nungen liegen auf ähnlichen Papillen in der Intersegmentalfurche 12/13.
Innere Organisation: Der Oesophagus trägt vorne einen drüsig-muskulösen Schlundkopf und bildet sich im 6. (5.?) Segment zu einem ziemlich schwachen Muskelmagen um. In den Segmenten 9, 10 und 11 hängt je eine nach vorne gerichtete Chylustasche an seiner Unterseite und im 13. Segment trägt er ein Paar seitliche Kalkdrüsen. Das Rückengefäss ist einfach. Jedes Segment vom vierten an enthält ein Paar Segmentalorgane, die vor den lateralen Borstenpaaren ausmünden.
Geschlechtsorgane. Die Hoden habe ich nicht erkennen können. Zwei Paar Samensäcke finden sich in den Segmenten 11 und 12; besonders die des 12. Segments sind sehr umfangreich und buchten das Dissepiment 12/13 weit nach hinten aus. Die von hinten kommenden Samenleiter erweitern sich in dem Segment 10 bezw. 11 zu Samenleiter-Kapseln, wenden sich dann zurück und gehen, das Dissepiment 10/11 bezw. 11/12 zum zweiten Mal durchbohrend, in die Samentrichter über. Diese liegen vorne in den Segmenten 11 und 12, eingeschlossen in die Samensäcke. Die Samenleiter gehen hinten in zwei auf der Intersegmentalfurche 17/18 ausmündende Prostatadrüsen über. Die Prostatadrüsen sind sehr plump, schwach breit gedrückt, sackförmig. Das Lumen ihrer basalen Partie ist eigenartig komplizirt, mit Muskelapparat versehen. Es macht mir den Eindruck, als ob die basale Partie ausstülpbar sei. Penialborsten sind nicht vorhanden.
Die weiblichen Geschlechtsorgane (Fig. 26) sind jederseits zu einem einheitlichen Geschlechtsapparat verwachsen. Die oben erwähnten Samentaschen- Oeffnungen führen in je eine schlauchförmige, muskulöse Samentasche (Fig. 26 st.), die sich, an die Leibeswand angelehnt, in gerader Richtung nach hinten erstreckt. ■ Die basale Hälfte der Samentasche ist etwas angeschwollen und hat ein einfaches Lumen; das Lumen des feineren inneren Theils ist durch Faltenbildung in der